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Il-Tschung Lim: "Cinema of immersion". Überlegungen zur Glokalität zeitgenössischer Hollywoodkriege
Gegen Ende der 1990er Jahre steigt die Zahl der Hollywoodkriegsfilme auffällig. Das Interesse am Krieg wird als Ausdruck eines Fin-de-Siècle-Bedürfnisses gedeutet, sich zum Ausklang des Jahrhunderts in einer unübersichtlich gewordenen Welt noch einmal der eigenen Identität vergewissern zu können. Denn als Medien nationaler Sinnstiftung tragen diese neuen Hollywoodkriege dazu bei, in einer globalisierten Welt den vorglobalen Sinn eindeutiger und bewährter Grenzsemantiken sicherzustellen. Das allgemein im Kriegsfilmgenre prominent verhandelte Motiv der Kameradschaft ist vor diesem Hintergrund besonders bemerkenswert: Zum einen verdichtet sich in ihm das Selbstverständnis nationaler Identifikation, zum anderen muss sich die filmische Behauptung von Kameradschaft in der für die neuen Hollywoodkriege charakteristischen visuellen Darbietung spektakulärer Kampfhandlungen bewähren. Ausgerechnet dieser, für die Ästhetik der neuen Hollywoodkriege zentrale filmische Ort weist angesichts der unentwegten Belege verletzlicher und sterbender Soldatenkörper aber gerade auf die Instabilität dieses Narrativs hin. Il-Tschung Lim geht in seinem Vortrag auf die Erzählstrategien, dramaturgischen Konzepte und medialen Erregungspotentiale ein, die das Einhaken nationalkultureller Semantiken in den Hollywoodkriegen erlauben, aber zugleich auch stets unterminieren.
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