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Vortrag 05. Oktober 2009 IFK 18 Uhr c.t. Thomas Weitin
IFK_Senior Fellow
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Thomas Weitin: Wahrheit und Gewalt. Der Diskurs der Folter
Die Frage nach dem Diskurs der Folter stellt sich historisch in Hinblick auf deren schrittweise Abschaffung im 18. Jahrhundert und die rechtspolitischen Auseinandersetzungen, die sie, mit starker Wirkung in der Literatur, begleitet haben. Aktuell stellt sie sich innerhalb einer gesellschaftlichen Debatte um den Würdebegriff, deren Wurzeln im Deutschen Idealismus und in der Literatur dieser Epoche liegen. Thomas Weitin konzentriert sich auf den "Grenzbegriff" der Gewalt und geht davon aus, dass die Abschaffung der Folter als juristisches Beweiserzwingungsmittel mit einer Einlagerung der körperlichen Gewalt in den imaginären Bereich der Sprache einhergeht. Er untersucht diesen Prozess im Verhältnis von Recht und Literatur, wobei die "aktenmäßigen Darstellungen" in den juristischen Fallsammlungen der Nachaufklärungszeit eine zentrale Rolle spielen. Diese Quellen sind als Hybridtexte zwischen Recht und Literatur für die schrittweise Medialisierung der Folter in der literarischen Einbildungskraft entscheidend.
Interview mit Thomas Weitin vom 2.10.2009 auf science.orf.at
Hören Sie einen Auszug aus der Ö1 Sendung "Von Tag zu Tag" zum Thema "Wahrheit, Würde und Gewalt - über die Kulturgeschichte der Folter", vom Dienstag, 06. Oktober 2009, 14:05 Uhr in oe1.ORF.at.
IFK: Pressemitteilung
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