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Vortrag 31. März 2003 IFK 18:00 Uhr Arno Dusini
IFK_Research Fellow/Institut für Germanistik, Universität Wien
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Arno Dusini: Literatur und Sprechakt
Wie erklärt sich, daß wir Poetiken des Schreibens, Poetiken des Lesens, daß wir aber keine Poetiken des Sprechens haben? Rhetoriken des Schreibens und Rhetoriken des Lesens, aber keine Rhetorik, die sich mit den Sprechakten selbst beschäftigte? Die Literatur stellt ein unvergleichliches Universum von Sprechakten dar, ein historisch präzises Reservoir an Beispielen, Mustern und Strategien, wie gesprochen wird, gesprochen wurde und gesprochen werden kann: Literatur ist Mimesis von Rede. Eine Vernachlässigung dieser Einsicht zeitigt nicht erst hermeneutische Verlegenheiten. An Karl Philipp Moritz’ Roman Anton Reiser möchte der Vortrag paradigmatisch skizzieren, welche Probleme und Möglichkeiten mit dem weit simpleren Umstand verbunden sind, daß wir zwar Definitionen der verba dicendi haben, daß wir mit diesen Namen von Sprechakten permanent operieren und kommunizieren, daß wir aber kaum über deren kontextuelle semantische Regulierung Bescheid, geschweige denn etwas über deren historische Verschiebungen wissen.
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