Ann Cotten
IFK_Junior Fellow


Zeitraum des Fellowships:
01. Oktober 2020 bis 30. Juni 2021


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cotten@ifk.ac.at

Ann Cotten

PROJEKTTITEL

Vorarbeiten zu einer empirischen Ästhetik, die auch für Maschinen funktioniert: Ein Evaluationskit für die Recyclingfähigkeit existierender Theorien



PROJEKTBESCHREIBUNG

Asiatisches Produktdesign handhabt Ästhetik als normalen Teil einer funktionalen Denkweise, während hartnäckige westliche Dichotomien etwa von Geist und Körper oder Mensch versus Maschine zu großen Energieverlusten führen. Die späte Industrialisierung und eklektische Übersetzungsgeschichte Japans machen ein Studium japanischer Diskurse zu einem idealen Ausgangspunkt, um eurozentrischen Verzerrungen des Denkens zu begegnen.

Ausgehend vom Grundsatz, dass Erklärung nur eine Art von Übersetzung ist, Übersetzung aber einen genaueren Blick auf potenziell widersprüchliche Details erfordert, entwickelt Ann Cotten eine relativistische und bewusst zirkuläre Methode, existierende ästhetische Theorien und Terminologien in Hinblick auf ihre Wiederverwertbarkeit zu untersuchen. Das ultimative Ziel der Arbeit ist eine nichthumanistische Ästhetik, die unter anderem künstlicher Intelligenz und selbstlernenden Programmen helfen soll, die funktionale Beziehung von Menschen zu Schönheit und Eleganz zu verstehen.



CV

Ann Cotten studierte bis 2007 Neuere deutsche Literatur an der Uni Wien und an der Humboldt-Universität zu Berlin. Ihre Diplomarbeit behandelte Listen in der Konkreten Poesie. Danach verbrachte sie über zehn Jahre als Produzentin von Primärliteratur, sich dabei verschiedener Genres sowie unklassifizierter Schreibweisen bedienend, wofür sie einige Preise erhielt. Ihr bilingualer Hintergrund (USA, Österreich) wird durch das fortlaufende Studium der japanischen Sprache um eine Dimension erweitert. Interessengebiete sind globalregionale Unterschiede in der Begriffsgeschichte, Sprache als System, Verstärkung und Verzerrung, Nebenfunktionen und interkulturelle Unterschiede in Ästhetik, Philosophie und künstlicher Intelligenz. Zu den von ihr übersetzten AutorInnen gehören Nirvana, Liesl Ujvary, Isabel Waidner, Rosmarie Waldrop und Joe Wenderoth.

 



Publikationen

Publikationen (u. a.): (Hg.), Literatur von Nicht-Muttersprachlern. Eine reflektierende Sammlung (= Triëdere#21) (2020); gem. mit Daniel Falb, Hendrik Jackson, Steffen Popp, Monika Rinck (Hg.), Helm aus Phlox. Zur Theorie des schlechtesten Werkzeugs, Berlin 2011, S. 336; Nach der Welt. Die Listen der Konkreten Poesie und ihre Folgen, Wien 2008, S. 224.