Arata Takeda
IFK_Research Fellow


Zeitraum des Fellowships:
01. Oktober 2011 bis 31. Januar 2012

Arata Takeda

PROJEKTTITEL

Deimos, Phobos, Terror. Theoretische Grundlagen eines ambivalenten Prinzips



PROJEKTBESCHREIBUNG

Der Terror als Prinzip wirkt gestern wie heute – in bald domestizierten, bald exaltierten Formen – in vielen unserer Lebensbereiche. Das historische Spektrum seiner funktionalen Signatur reicht, über die martialische Taktik der Abschreckung hinaus, von der religiösen Denkfigur vom Schutz des Seelenheils über das aristotelische Verfahren zur Erzeugung von Katharsis und das medizinische Konzept des heilsamen Schreckens bis hin zum jakobinischen Programm zur Errichtung eines Tugendstaates. Zu unserer Zeit verknüpfen sich mit dem Prinzip Terror zudem grundlegende Fragen der Erziehung (Züchtigungsrecht), der Menschenrechte (Folter und Todesstrafe), der inneren Sicherheit (Gewaltprävention und Terrorismusabwehr) sowie der internationalen Politik (Abschreckung durch Kernwaffen). Angesichts der ambivalenten Dimensionierung und der historischen Transformation des Prinzips Terror reicht es nicht aus, allein dessen gegenwärtige Erscheinungsform in Augenschein zu nehmen und die darin verfolgten destruktiven Praktiken an den Pranger zu stellen. Um die komplexen und vielfältigen Wirkungsweisen des Prinzips Terror systematisch zu erfassen, müssen dessen theoretische Grundlagen erarbeitet und mögliche Alternativen dazu geprüft werden. Diese können, anstelle von Wettrüsten, Überwachung und Terrorismus Solidarität, Verantwortung und Vertrauen heißen.



CV

Arata Takeda studierte Germanistik, Romanistik und Komparatistik in Tokio, Tübingen und Venedig. Von 1997 bis 1998 studierte er an der Rotary Foundation als Ambassadorial Scholar, und von 2004 bis 2007 war er Promotionsstipendiat der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit. 2008 Promotion in Neuerer deutscher Literatur und Allgemeiner und Vergleichender Literaturwissenschaft über das Phänomen des Selbstmordattentats. Seit 2008 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter und Lehrender am Deutschen Seminar der Universität Tübingen.



Publikationen

(u. a.): Blumenreiche Handelswege. Ost-westliche Streifzüge auf den Spuren der Fabel „Der Skorpion und der Frosch“, in: Deutsche Vierteljahresschrift für Literaturwissenschaft und Geistesgeschichte, Jg. 85, Heft 1, 2011; Zwiegespräch oder Selbstgespräch? Probleme des interkulturellen Verstehens in Martin Heideggers „Aus einem Gespräch von der Sprache“, in: Jahrbuch Deutsch als Fremdsprache, Bd. 36, 2010; Suicide Bombers in Western Literature. Demythologizing a Mythic Discourse, in: Contemporary Justice Review, Vol. 13, Issue 4, 2010; Ästhetik der Selbstzerstörung. Selbstmordattentäter in der abendländischen Literatur, München 2010; Die Erfindung des Anderen. Zur Genese des fiktionalen Herausgebers im Briefroman des 18. Jahrhunderts, Würzburg 2008.

14
November
2011
  • Lecture
Arata Takeda

Um die komplexen und vielfältigen Wirkungsweisen des Terrors systematisch zu erfassen, müssen die theoretischen Grundlagen des Prinzips Terror erarbeitet und mögliche Alternativen dazu geprüft werden. Diese können, so Arata Takeda, anstelle von Wettrüsten, Überwachung und Terrorismus Solidarität, Verantwortung und Vertrauen heißen.

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