Beate Absalon
IFK_Junior Fellow


Zeitraum des Fellowships:
01. Oktober 2019 bis 30. Juni 2020

Beate Absalon

PROJEKTTITEL

Andere Aufklärung. Gegenwartskünste als eigensinnige Interventionen in hegemoniale Sexualdiskurse



PROJEKTBESCHREIBUNG

Wie ver_lernt man, wie Sex geht? Zwischen der Notwendigkeit sexualpädagogischen Unterrichts und den Angeboten lebenslanger Sexualdidaktik wie Workshops und Ratgeberliteraturen lassen sich diverse implizite Vermittlungen von Sexualwissen und -können ausmachen, die sich in Kunstwerken, Pornographie oder Popkultur äußern. Das Projekt nimmt die spezifischen ästhetischen und epistemischen Verfahren sexualbildender Medien in den Blick und fragt, wie sich innerhalb der Risse konventioneller und an Beherrschungslogiken orientierender Diskurse widerständige, erfinderische und unerhörte Sexualauffassungen artikulieren. Im Mittelpunkt stehen aisthetische Dimensionen der Sexualvermittlung, die Widerfahrnis, Unsicherheit und Verwundbarkeit, aber auch merkwürdig-lustvolle Überschüsse und einen ethischen Bezug zum Anderen zu betonen. Die 'natürlichste Sache der Welt' wird als präfigurierte, gestaltete und phantasmatisch aufgeladene Sphäre nachvollzogen, die sich als Knotenpunkt hochpolitischer Fragestellungen entpuppt und sinnliche Verhältnisse kritisierbar macht.



CV

Beate Absalon studierte Erziehungswissenschaften und Kulturwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin und Contemporary Art Theory am Department of Visual Cultures der Goldsmiths - University of London. Nach einem vom DAAD geförderten Forschungsaufenthalt in Tokio schloss sie ihren M.A. mit einer Neubestimmung des Verhältnisses von Pathos und Praxis anhand zeitgenössischer Fesselpraktiken ab. Als Lehrende an der HU widmete sie sich u.a. den (audio-)visuellen Repräsentationen des Gebärens, dem experimentellen Umgang mit dem eigenen wissenschaftlichen Schreiben oder der Kulturgeschichte der ,Gesichtsflucht‘, aus der sie interdisziplinäre Symposien und die Diskussionsreihe ‚Gesichtsgespräche‘ an der Schaubude Berlin entwickelte. Sie promoviert an der Kunstuniversität Linz und ist an der Forschungsgruppe ‚Kulturwissenschaftliche Ästhetik und Kulturtheorie‘ der HU assoziiert. Ihre essayistischen Reflexionen über Spielformen kreativer Sexualität erscheinen auf www.luhmendarc.blog.



Publikationen

„Beflügelnde Beschränkung —nicht nur auf Japanisch“, in: Schlagzeilen – SM aus der Szene für die Szene #171, Hamburg, Juli 2019; gem. mit Sebastian Köthe, Tim Sandweg, Katja Spiess (Hg.), „Face-Off. Politiken von Gesicht und Maske“, (gem. mit Sebastian Köthe) „Ask me why I’m wearing a mask'. Zu Ästhetik und Politik der Gesichtsflucht“, (gem. mit Claudia Schmölders) „Von Angesicht zu Puppengesicht“, in: double#38, Berlin, 2018; „Hochleistungsonanie. Sexualkunde für junge Männer“, in: Avenue – das Magazin für Wissenskultur#6, Basel, Juli 2018.

Theater der Dinge, 23.-29.10.2019 Berlin

Internationales Festival des zeitgenössischen Figuren- und Objekttheaters, Schaubude Berlin. Diesmal unter dem Motto „Kaputt“, unter Mitwirkung von Beate Absalon, derzeit IFK_Junior Fellow.

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