Christopher S. Wood
IFK_SENIOR FELLOW


Zeitraum des Fellowships:
01. März 2012 bis 30. Juni 2012

Christopher S. Wood

PROJEKTTITEL

Neue Topologien des Bildes und des Ichs, 1200–1600



PROJEKTBESCHREIBUNG

Das „eingebettete Porträt“ ist ein zentrales Thema der Geschichte der vormodernen europäischen Kunst. Das Bildnis des anbetenden Stifters an den Rändern des heiligen Ereignisses zog ein Fragment der gemeinsamen Lebenswelt in das Bild herein. Die schwere Präsenz des dargestellten Körpers, eine Verdichtung von realen Erfahrungen, beraubte das umliegende mythische Material seiner eigenen Realität. Das Porträt erschaffte das Gemälde neu, als eine bloße Hypothese. Unterdessen tauchten Fragmente der täglichen Erfahrung in gemalten religiösen Szenen auf: Beschreibungen von Dingen und Orten, die die Geschichten von der Heiligen Familie und der Heiligen belebten und das profane Leben des Hauses und der Straße in den Kirchenraum überführten. Das Porträt und die Beschreibung nahmen die emergenten Phänomene in das gemalte Bild auf. Die Spannung zwischen mythischer und emergenter Zeit wurde einer der Inhalte der Kunst. Das Forschungsprojekt verbindet die Forschung zur realen Interaktion zwischen Personen, Göttern und Gegenständen – Pilgerfahrt, Votivwesen, private Andacht – mit strukturellen Analysen von Bildern.



CV

Christopher S.Wood ist Professor am Department of the History of Art an der Yale University.



Publikationen

(among others): with Alexander Nagel, Anachronic Renaissance, New York 2010; Forgery, Replica, Fiction: Temporalities of German Renaissance Art, Chicago 2008; (Hg.), The Vienna School Reader: Politics and Art Historical Method in the 1930s, New York 2000; Albrecht Altdorfer and the Origins of Landscape, London und Chicago 1993.

11
Juni
2012
  • Lecture
IFK
Christopher S. Wood

Christopher S.Wood, Professor für Kunstgeschichte an der Yale University, behandelt in seinem Vortrag das Phänomen des „eingebetteten Porträts“ in der Malerei des späten Mittelalters und der frühen Renaissance. Gemeint ist damit das Bild einer realen Person, das in eine biblische Szene eingeführt wird.

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