Florian Huber
IFK_Junior Fellow


Zeitraum des Fellowships:
01. Oktober 2014 bis 30. Juni 2015

Florian Huber

PROJEKTTITEL

Glasmoden. Die naturkundlichen Modelle der Werkstatt Blaschka zwischen Handwerk, Wissenschaft und Kunst



PROJEKTBESCHREIBUNG

Ende des 19. Jahrhunderts schufen die beiden böhmischen Glaskünstler Leopold und Rudolf Blaschka in Handarbeit tausende naturnahe Glasmodelle von Meerestieren und Pflanzen für private SammlerInnen, Universitäten und Museen in Europa und den USA. Zunächst spezialisiert auf die Modellierung mariner Wirbelloser, verlagerte sich die über Jahrzehnte bestehende Produktion ab 1890 auf die Anfertigung von botanischen Exponaten für die Harvard University. Dabei fungierten die Erzeugnisse der Werkstatt Blaschka nicht nur als Lehrmittel und biologische Forschungsobjekte; seit jeher geht von den Glasmodellen eine beträchtliche ästhetische Faszination aus, die das Forschungsprojekt zu verstehen sucht. Modelle können dadurch als Medien verstanden werden, die zwischen verschiedenen Wissenskulturen (wissenschaftliche Disziplinen, Museen, Öffentlichkeit) und Handlungsbereichen (experimentelle Forschung, Kunst und Handwerk, Wissenschaftskommunikation) vermitteln. 



CV

Florian Huber studierte Philosophie in Wien. Von 2010 bis 2014 war er Doktorand im FWF-geförderten Kolleg „Naturwissenschaften im historischen, philosophischen und kulturellen Kontext“ der Universität Wien, im Frühjahr 2012 zudem Visiting Ph. D. Student am Harvard Department of the History of Science. 2013 und 2014 verbrachte er längere Forschungsaufenthalte am Center for Biology and Society der Arizona State University und am Marine Biological Laboratory in Woods Hole.



Publikationen

Seeanemonenmodelle der Werkstatt Blaschka, in: David Ludwig, Cornelia Weber, Oliver Zauzig (Hg.), Das materielle Modell. Objektgeschichten aus der wissenschaftlichen Praxis, München 2014, S. 299–303; Spiegelbilder vom Meeresgrund, in: Berichte zur Wissenschaftsgeschichte, Vol. 36, 2013, Ausgabe 2, S. 172–186; Wie anzweigen? Anmerkungen zum erweiterten Dokumentbegriff von nachschrift, in: Modern Austrian Literature. Special Issue Heimrad Bäcker, Vol. 41, 2008, No. 4, S. 75–85; Martin Arnold und die Fortschreibung der Avantgarden, in: Martin Janda und Franz Josef Czernin (Hg.): Bildsatz. Texte zu Bildender Kunst, Köln 2008, S. 116–125.

20
April
2015
  • Lecture
IFK
Florian Huber

„No matter what time of year you visit, a garden of flowers is blooming in Cambridge, Massachusetts.“ Mit diesem Slogan bewirbt das Harvard Museum of Natural History seine „Ware Collection of Glass Models of Plants“, die jährlich etwa 180.000 BesucherInnen anzieht.

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