Florian Sprenger
IFK_Junior Fellow


Zeitraum des Fellowships:
01. Oktober 2010 bis 30. Juni 2011

Florian Sprenger

PROJEKTTITEL

Medien der Unmittelbarkeit



PROJEKTBESCHREIBUNG

Sich mit dem Konnex von Medien und Unmittelbarkeit zu beschäftigen bedeutet, Konstellationen zu untersuchen, in denen Medien eine konstitutive Funktion zukommt, sie aber zugleich negiert werden. Diese Negation resultiert in einem Phantasma der Unmittelbarkeit. Unmittelbarkeit setzt Medien jedoch als Möglichkeitsbedingung voraus. Solche Konstellationen beschreibt die Arbeit in historischer Perspektive am Beispiel der Elektrizitätsforschung und der Telegraphie, die immer wieder Fragen nach einer actio in distans und Äthermedien stellen. Diese umreißen letztlich einen paradoxen Medienbegriff, der im 20. Jahrhundert in der Medientheorie vor allem Marshall McLuhans wirkmächtig wird. So lässt sich mediengeschichtlich immer wieder eine Betonung der Bedeutung der Medien ausmachen, die zugleich von einem „Traum“ einer medienlosen Unmittelbarkeit durchzogen ist.



CV

Florian Sprenger hat Medienwissenschaften und Philosophie in Bochum sowie Medienkultur in Weimar studiert. Im Anschluss war er wissenschaftliche Hilfskraft am Lehrstuhl für Mediengeschichte und Kommunikationstheorie sowie am Institut für Philosophie in Bochum, seit 2007 ist er Kollegiat am Initiativkolleg Sinne – Technik – Inszenierung der Universität Wien.

 



Publikationen

gem. mit Katja Müller-Helle (Hg.), Blitzlicht, Berlin 2010 [im Erscheinen]; Sternenstaub – Zur Anschaulichkeit elektrischer Phänomene um 1800, in: Jürgen Kaufmann, Martin Kirves, Kristin Reichel, Dirk Uhlmann (Hg.), Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit um 1800, [im Erscheinen]; Atommüllendlager. Zur unmittelbaren Überwindung einer konstitutiven Trennung, in: Claus Pias (Hg.), Kulturfreie Bilder, Berlin 2010 [im Erscheinen]; Gefährdungen der Zukunft, in: Lorenz Engell, Bernhard Siegert, Joseph Vogl (Hg.), Gefahrensinn. Archiv für Mediengeschichte, München 2010, S. 79–91; (Be-)gründungen und Figurprobleme – Marshall McLuhans Denken über Medien und seine Folgen, in: Daniela Wentz und André Wendler (Hg.), Die Medien und das Neue, Marburg 2009, S. 81–97; The Clock of the Long-Now – Die Uhr, die Langeweile und der Beobachter, in: Augenblick. Marburger Hefte zur Medienwissenschaft, Nr. 41/2008, Paradoxien der Langeweile, S. 104–116.

21
März
2011
  • Lecture
IFK
Florian Sprenger

Wie Träumereien der Unmittelbarkeit in das Denken über Medien eingreifen und dort für Unruhe sorgen, untersucht Florian Sprenger. Anhand von Beispielen aus Elektrizität und Telegrafie beschreibt er historische Konstellationen, die durch Medien erst möglich wurden, aber zugleich vom Phantasma ihrer Negation durchzogen sind: Unmittelbarkeit.

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