Jakob Moser
IFK_Junior Fellow


Zeitraum des Fellowships:
01. Oktober 2013 bis 30. Juni 2014

Jakob Moser

PROJEKTTITEL

Daedala lingua, Lukrez auf den Fußspuren Epikurs in die Unendlichkeit



PROJEKTBESCHREIBUNG

In einer Epoche kultureller Umbrüche, der ersten Phase der Latinisierung der Philosophie und dem Kollaps der römischen Republik, schrieb Lukrez sein Epos De rerum natura. In diesem Werk interpretierte der römische Dichter die materialistische Philosophie Epikurs. Obwohl er bei seiner Erkundung der „Natur der Dinge“ inhaltlich dicht den Fußspuren Epikurs folgt, verwandelte er dessen Diskurs über die Materie grundlegend: Die griechische und technische Prosa wird zur synästhetischen lateinischen Epik. Lukrez reagierte auf die Krise seiner Epoche mit seiner daedala lingua, d. h. seiner kreativen Sprache. Mein Projekt widmet sich dieser Transformation und will anhand einiger zentraler Motive des Epos – dem der Spur, des Zeichens und des Simulakrums – analysieren, wie Lukrez das Verhältnis von unendlicher Materie und endlicher Sprache in einem Zusammenspiel von Metapher und Begriff neu organisierte. 



CV

Jakob Moser studierte in Innsbruck, Lecce (Italien) und Wien Philosophie. Neben seinem Doktoratsstudium in Philosophie studiert er auch Romanistik an der Universität Wien und unterrichtet Latein und Italienisch im Lern-Quadrat Wien.



Publikationen

Fechtmeister der Imagination, poetischer Text für ein Kunstbuch von Michael Ziegler, Allerheiligen Presse, Innsbruck 2013; 5 Thesen zu Paludes von André Gide, Literaturhaus special, Innsbruck 2013; Chaosmos, Essay über die Kosmologie von Witold Gombrowicz, aerosol.cc, Wien 2011; Wanderung im Zeichen des Regenbogens, Essay über Jurij Brězan, Politischer Heftling, Innsbruck 2007.

28
April
2014
  • Lecture
IFK
Jakob Moser

Der Dichterphilosoph Lucrez übersetzte in der Spätphase der römischen Republik die Naturphilosophie Epikurs nicht nur vom Griechischen ins Lateinische, sondern auch von der Prosa in die Poesie. Jakob Moser fragt in seinem Vortrag danach, ob dieser Wandel der Textgattungen neue Denkwege eröffnet hat.

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