Katja Petrowskaja
IFK_Gast des Direktors


Zeitraum des Fellowships:
01. Oktober 2015 bis 31. Oktober 2015

Katja Petrowskaja

PROJEKTTITEL

Alles, was der Fall ist



PROJEKTBESCHREIBUNG

Mein Projekt „Alles was der Fall ist“ (Arbeitstitel)  widmet sich der Entstehung der Spannung zwischen Fotografie und ihrem Betrachter. Dabei werden unterschiedliche Varianten unserer Betrachtung untersucht und in einer Reihe von kurzen Aufsätzen reflektiert. Wir sehen Fotografien in Zeitungen, auf Plakaten, in Büchern und Ausstellungen. Wir entdecken alte Fotografien in  Kisten auf dem Flohmarkt, bei Verwandten, in Katalogen. Wir sind mit Tausenden Fotografien konfrontiert, die durch Facebook, Twitter und andere Netzwerke verbreitet, kommentiert und diskutiert werden. Gibt es eine Inflation der Bilder? Warum gibt es Fotografien, die uns besonders fesseln? Warum gibt es Fotos, die nicht mehr „wirken“? Brauchen wir eine Art „Hygiene“ für die Betrachtung von Fotografien? Und wenn uns etwas wichtig und schön erscheint, liegt das am Kontext, an der Situation, an der Geschichte, die dahinter steckt - oder ist es die Fotografie selbst?



CV

Katja Petrowskaja wuchs in Kiew auf. Sie studierte Literaturwissenschaft und Slawistik an der Universität Tartu (Estland). 1994/95 folgten Aufenthaltsstipendien in der USA und 1998 die Promotion an der Russischen Staatlichen Humanitären Universität (Moskau). 1999 zog sie nach Berlin und arbeitete für verschiedene russische und deutsche Medien (u.a. „Neue Zürcher Zeitung“, „ taz“ und FAS). Für die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ (FAS) schrieb sie 2011–2013 die Kolumne „Die west-östliche Diva“. Das Buch-Debut „Vielleicht Esther “ wurde mit dem Bachmann-Preis (2013) ausgezeichnet.

28
Oktober
2015
  • Bücherschau
Grillparzerhaus, EG, Ausstellungslocation, Johannesgasse 6, 1010 Wien
Katja Petrowskaja

Hieß sie wirklich Esther, die Großmutter des Vaters, die 1941 im besetzten Kiew allein in der Wohnung der geflohenen Familie zurückblieb? Die jiddischen Worte, die sie vertrauensvoll an die deutschen Soldaten auf der Straße richtete – wer hat sie gehört? Und als die Soldaten die Babuschka erschossen, „mit nachlässiger Routine“ – wer hat am Fenster gestanden und zugeschaut?

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