Lisa Stuckey
IFK_Junior Fellow


Zeitraum des Fellowships:
01. Oktober 2018 bis 30. Juni 2019

Lisa Stuckey

PROJEKTTITEL

Investigative Ästhetik: Übersetzung zwischen Kunst und Rechtsprechung



PROJEKTBESCHREIBUNG

Vor dem Hintergrund des documentary turn und der institutionskritischen Kunst der 1990er-Jahre lassen sich gegenwärtig neue Dimensionen der Aufdeckung, gekoppelt an die Wiederherstellung des Rechtszustands, feststellen.

Im Fokus des Projekts von Lisa Stuckey steht die Arbeit der Agentur Forensic Architecture, die politische und ökologische Krisen mittels Architektursimulation rekonstruiert und erfahrbar macht. Die Praxis der Investigation führt zu einer Wandlung des künstlerischen Habitus: vom artist-as-ethnographer (Foster) und artist-as-analyst (Carson) zum artist-as-detective. Stuckey übersetzt Kunst und Rechtsprechung zueinander, sodass sich eine übergeordnete Ebene der kritischen Verknüpfung bildet. In diesem Zusammenhang analysiert sie auch Arbeiten zweier weiterer Positionen: der Medienkünstlerin Constanze Ruhm und der Poetin M. NourbeSe Philip. Eine umfassende kulturwissenschaftliche Aufarbeitung der "Investigativen Ästhetik" lenkt den Blick auf einen sich verändernden Mediengebrauch – als ästhetisches und strukturelles Moment.



CV

Lisa Stuckey schreibt derzeit ihre Dissertation am Institut für Kunst- und Kulturwissenschaften an der Akademie der bildenden Künste Wien. In ihrem Forschungsprojekt untersucht sie transdisziplinär investigative Ästhetiken in Arbeiten von Forensic Architecture, Constanze Ruhm und NourbeSe Philip. Studium: Kunst & Kommunikation (Schwerpunkt: Kunsttheorie, 2009–2015) und Kunst & Medien (seit 2014) an der Akademie der bildenden Künste Wien und am Royal Institute of Art Stockholm.

Neben ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit ist sie als freie Kuratorin tätig. Ausgewählte Projekte: Prisoners of Venus. A Video Exhibition (Atelierhaus, 2016), Posthuman Complicities (xhibit, 2017), I hear the waters’ song (mumok kino, 2017) und Nor Heat Nor Gloom Of Night (Tiger Strikes Asteroid Los Angeles, 2018). Gastvorträge: Brut Künstlerhaus, Volksbühne Berlin, Institut für Kunst- und Kulturwissenschaften und Literaturhaus Wien.



Publikationen

Publikationen (u. a.): „Uncanny Fragment / Spectral Evidence. In Investigationen von Constanze Ruhm und Forensic Architecture“, in: Thomas Ballhausen, Robert Huez (Hg.), Der Zeitungsausschnitt. Wien (im Erscheinen); "From the ‘Artist as Ethnographer’ to the Artist-as-Detective", in: Blog des IFK, Januar 2019, www.ifk.ac.at; “Haunting Agents of Justice – Rezension über Johanna Braun: All-American-Gothic Girl”, in: Ulrike Kadi, August Ruhs, Karl Stockreiter, Gerhard Zenaty (Hg.), texte.psychoanalyse.ästhetik.kulturkritik, Heft 2 / 2018, S. 106–110; „Poeto-forensische Ozeanographie. Ästhetik der Trauer in Left-to-Die Boat (Forensic Architecture) und Zong! (NourbeSe Philip)“, in: all-over. Magazin für Kunst und Ästhetik, Ausgabe #13, November 2017, S. 29–37; „Haunted by last season’s video letters. Amateur films performing spectrality“, in: Journal for Artistic Research, JAR # 12 (2016); „Mater Mumie Materie. Gedächtnisschwäche im Mythos und die Antizipation des Posthumanismus“, in: Johanna Braun (Hg.), Beschwörungsrituale. An Elisabeth von Samsonow, Wien 2016, S. 161–168.

Gastbeitrag von Lisa Stuckey: From the "Artist as Ethnographer" to the Artist-as-Detective

Lisa Stuckey, Dissertantin im Fach Kunst- und Kulturwissenschaften an der Akademie der bildenden Künste Wien, sowie IFK_Junior Fellow im Studienjahr 2018/19 verfasst für den IFK_Blog den Gastbeitrag From the "Artist as Ethnographer" to the Artist-as-Detective. Diesen Text wird sie am 11.1.19 im Rahmen der „Arts & Citizenship“ Conference am IKM präsentieren.

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08
April
2019
18:15
  • Lecture
IFK
Lisa Stuckey

Tribunalisiertes Museum und theatrales Gericht – bei der Agentur Forensic Architecture werden diese zur Wirksamkeitssteigerung verschaltet. Ihre Investigationen tangieren nicht bloß Gerichtsbarkeit und Kunst, sondern ebenso unterschiedliche Instanzen der Rechtsprechung. Der Vortrag reflektiert, weshalb ausgerechnet die Ästhetik zu Hilfe gerufen wird, um Evidenz zu erzeugen.

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