Marie-Luise Angerer
IFK_Senior Fellow


Zeitraum des Fellowships:
01. März 2009 bis 30. Juni 2009

Marie-Luise Angerer

PROJEKTTITEL

Die Rückkehr des Lebens



PROJEKTBESCHREIBUNG

2007 hat Marie-Luise Angerer in ihrem Buch ""Vom Begehren nach dem Affekt"" die Idee verfolgt, dass das Dispositiv des Sexes, wie es Michel Foucault in seinen drei Bänden zu ""Sexualität und Wahrheit"" ausgearbeitet hat, sich zu einem Dispositiv des Affektiven zu entwickeln begonnen hat. An Beispielen aus der Kunst, den Medien, der Neurobiologie sowie diverser Theorien der Kultur- und Medienforschung hat sie die Verlagerung von der Sprache hin zum Affekt nachgezeichnet, um daran festzumachen, was hierbei unterschwellig mitverhandelt wird: die Verschiebung von einem symbolisch-sexuell gefassten Subjekt hin zu einem vitalistischen Organismus, der als zukünftiges Subjekt eingesetzt wird.
In dem von ihr herausgegebene Band ""Gender goes Life"" (2008) sind Beiträge von VertreterInnen von Psychoanalyse, Philosophie, Kunst-, Medien- und Filmtheorie, Wissenschaftsgeschichte und Biologie versammelt, um den Verlauf der Kategorie Gender reflektierend zu begleiten. Dabei wird deutlich, dass sich gerade an dieser Variablen ein ähnlicher Prozess festmachen lässt wie jener von der Sprache hin zum Affekt.
In ihrer Arbeit am IFK wird Marie-Luise Angerer diese Untersuchung weiterverfolgen und die Frage nach dem Auftauchen der Natur, des Lebens, des Organischen im Alltäglichen beobachten, um zu zeigen, dass längst schon Veränderungen im Denken des Humanen, seiner Wahrnehmung und seiner ethischen Rahmung auszumachen sind. Die ""Sehnsucht nach Evidenz"" (Lethen) ist hierfür nur ein (wenn auch signifikantes) Zeichen. Der menschliche Körper, seine Kompetenzen, Reaktionen, sein Eigenleben - Affekte und Störungen, Krankheiten - dienen dazu, das Subjekt Leben auferstehen zu lassen.



CV

Marie-Luise Angerer ist seit dem Jahr 2000 Professorin für Medien- und Kulturwissenschaften an der Kunsthochschule für Medien Köln, seit 2007 Rektorin. Sie studierte Kunstgeschichte, Romanistik, Philosophie und Publizistik in Wien, promovierte 1983, Habilitation 1996 an der Universität Salzburg. APART-Stipendiatin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Forschungsaufenthalte in USA, Australien, Großbritannien. Gastprofessur an der UdK, Berlin. Vertretungsprofessur an der Ruhr-Universität Bochum.



Publikationen

(u. a.): gem. mit Christiane König (Hg.), Gender goes Life. Die Lebenswissenschaften als Herausforderung für die Gender Studies, Bielefeld 2008; Vom Begehren nach dem Affekt, Zürich/Berlin 2007; gem. mit Kathrin Peters und Zoe Soufoulis (Hg.), Future Bodies. Zur Visualisierung von Körpern in Science und Fiction, Wien/New York 2002; Body Options. Körper.Medien.Bilder.Spuren, Wien 1999 (2. Aufl. 2000).