Monika Ankele
IFK_RESEARCH FELLOW


Zeitraum des Fellowships:
01. März 2017 bis 30. Juni 2017

Monika Ankele

PROJEKTTITEL

Das Krankenbett als Objekt und Raum. Zur materiellen Kultur der Psychiatrie des 19. und 20. Jahrhunderts



PROJEKTBESCHREIBUNG

Bis heute bildet das Krankenbett ein zentrales Element unserer Vorstellung von Krankheit und Behandlung. Mit der Einführung der Bettbehandlung an der Wende zum 20. Jahrhundert wurde das Krankenbett auch in der Psychiatrie zu einem zentralen Objekt therapeutischen Handelns, zu einem „Medikament“ im eigentlichen Sinne des Wortes. Kranke wurden, oft über Wochen und Monate, im Bett liegend therapiert. Der medikale Raum der Psychiatrie, der über das Bett seine epistemische Funktion, ordnende Struktur und therapeutische Wirkung entfalten sollte, stand dabei jenem Raum gegenüber, den die PatientInnen (im Liegen) erlebten und in der Reduktion ihrer Handlungen auf das Bett erfuhren. Ziel des Forschungsvorhabens ist es, am Beispiel des Krankenbettes, das als Raum und Objekt konzipiert und analysiert wird, historische Perspektiven auf eine materielle Kultur der Psychiatrie herauszuarbeiten.



CV

Monika Ankele studierte Geschichtswissenschaften in Graz, Wien und Berlin und promovierte mit einer Arbeit zu Selbstzeugnissen von Psychiatriepatientinnen aus der Sammlung Prinzhorn. Seit 2012 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Geschichte und Ethik der Medizin des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf und arbeitet aktuell an einem DFG-Projekt zur materiellen Kultur der Psychiatrie, unter anderem am Beispiel des Krankenbettes.



Publikationen

„Horizontale Szenographien. Das Krankenbett als Schauplatz psychiatrischer Subjektivation“, in: Lars Friedrich, Karin Harrasser, Céline Kaiser (Hg.), Szenographien des Subjekts, Berlin / New York (im Erscheinen); gem. mit Eva Brinkschulte (Hg.), Arbeitsrhythmus und Anstaltsalltag. Arbeit als Therapie in der Psychiatrie vom frühen 19. Jahrhundert bis in die NS-Zeit, Stuttgart 2015; „Am Ort des Anderen. Formen der Raumaneignung in Psychiatrien um 1900“, in: Dagmar Hänel, Alois Unterkircher (Hg.), Medikale Räume. Zur Interdependenz von Raum, Körper, Krankheit und Gesundheit, Bielefeld 2010, S. 43–63; Alltag und Aneignung in Psychiatrien um 1900. Selbstzeugnisse von Frauen aus der Sammlung Prinzhorn, Wien/Köln/Weimar 2009.

„Bedside scenes. On the scenography and performativity of the sickbed, Symposium „Spectacular Evidence“, Artsadmin, London, 24.03.2017

IFK_Research Fellow Monika Ankele hielt am 24. März 2017 in London im Rahmen des Symposiums „Spectacular Evidence“den Vortrag „Bedside scenes. On the scenography and performativity of the sickbed". Siehe Youtube.

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27
März
2017
18:15
  • Lecture
IFK
Monika Ankele

Als psychiatrische Anstalten um 1900 die Bettruhe als Behandlungsmethode einführten, erfuhr das Krankenbett als Objekt, an das therapeutisches Handeln delegiert werden konnte, eine veränderte Aufmerksamkeit. Wie sich eine Geschichte der Psychiatrie darstellt, die aus der Perspektive eines Krankenbettes erzählt wird, fragt Monika Ankele.

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