Sybille Krämer
City of Vienna/IFK_Fellow


Zeitraum des Fellowships:
01. Oktober 2010 bis 31. Januar 2011

Sybille Krämer

PROJEKTTITEL

Das „Auge des Denkens“. Grundlinien visueller Epistemologie am Beispiel der Diagrammatik



PROJEKTBESCHREIBUNG

Räumliche Ordnungsstrukturen in Gestalt diagrammatischer Inskriptionen spielen eine besondere Rolle für unsere Wissenskulturen. Trotz der phänomenalen Verschiedenheit und funktionellen Vielfalt dieser graphischen Artefakte wie Schriften, Diagramme und Karten, teilen diese wichtige Eigenschaften und Funktionen. Worin bestehen diese? Wie können diagrammatische Inskriptionen als ein epistemologisches Kulturgut ausgewiesen werden? In der Interaktion von Punkt, Strich und Fläche im Wechselspiel von Auge, Hand und Geist, bildet sich nicht nur ein Darstellungsmedium aus, sondern auch ein Experimentier- und Denkraum. Die Zwischenwelt des Graphismus bildet ein einzigartiges Verbindungsglied zwischen Denken und Anschauung, zwischen Theorie und Praxis, zwischen Planung und Ausführung. Worin also besteht die Erkenntniskraft der Linie?



CV

Sybille Krämer ist Professorin für Philosophie an der Freien Universität Berlin und Sprecherin des DFG-Graduiertenkollegs 1458 „Schriftbildlichkeit. Über Materialität, Wahrnehmbarkeit und Operativität von Notationen“. Sie ist Projektleiterin im Sonderforschungsbereich „Kulturen des Performativen“. Von 2000 bis 2006 war sie Mitglied im Wissenschaftsrat und von 2005 bis 2008 Permanent Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin wie auch Gutachterin im Panel des European Research Council.



Publikationen

(u. a.): hg. mit Elke Koch, Gewalt in der Sprache. Rhetoriken verletzenden Sprechens, München 2010; Medium, Bote, Übertragung. Kleine Metaphysik der Medialität, Frankfurt 2008; gem. mit Gernot Grube und Werner Kogge, Spur. Spurenlesen als Orientierungstechnik und Wissenskunst, Frankfurt 2007; gem. mit Doris Kolesch (Hg.), Stimme, Frankfurt 2006; mit Gernot Grube und Werner Kogge, Schrift. Kulturtechnik zwischen Auge, Hand und Maschine, München 2005; gem. mit Horst Bredekamp (Hg.), Bild, Schrift, Zahl, München 2003, 2. Auflage; Sprache, Sprechakt, Kommunikation, Frankfurt 2001, 2. Auflage; (Hg.), Medien Computer Realität. Wirklichkeitsvorstellungen und Neue Medien, Frankfurt 1998, 4. Auflage.

15
November
2010
  • Lecture
IFK
Sybille Krämer

Topografische Ordnungen machen „Gedankendinge“ anschaubar und handhabbar. In der Interaktion von Punkt, Linie und Fläche entsteht nicht nur ein Darstellungsraum, sondern auch ein Experimentier- und Denkraum. Worin liegt das Geheimnis der kognitiven und orientierenden Leistungen des Graphismus? Worin wurzelt die Erkenntniskraft der Linie? Diese Fragen erörtert die an der Freien Universität Berlin tätige Philosophin Sybille Krämer.

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Sybille Krämer
STADT WIEN/IFK_FELLOW


Zeitraum des Fellowships:
01. Oktober 2018 bis 31. Januar 2019

Sybille Krämer

PROJEKTTITEL

Ist „digital vernetzt zu sein“ eine Kulturtechnik? Der Januskopf digitaler Literalität im Horizont einer „Kritik der digitalen Vernunft“



PROJEKTBESCHREIBUNG

Der „Imperialismus der Verschriftung“ reicht weit: Der genetische Code des Lebens wird als DNA buchstabiert,und nahezu alle Anwendungen zeitgenössischer Digitalität werden durch Buchstabengebrauch initialisiert. Wir erleben gegenwärtig den Übergang von der alphabetischen in die digitale Literalität. Doch wie hängen beide zusammen? Signifikante Ambivalenzen zeichnen sich ab: das Entstehen einer neuen Undurchsichtigkeit algorithmischer Maschineninteraktionen, die hinter der grafischen Nutzeroberfläche operieren; das Zeitregime einer Beschleunigung, welches mit biologischen und sozial-kulturellen Zeitordnungen unvereinbar ist; die Paradoxie mobilitätsförderlicher Netze, die sich schnell als Datenfallen entpuppen. So entsteht die Frage: Ist nun eine „Kritik der digitalen Vernunft“ als eine die neuzeitliche Aufklärung transformierende „digitale Aufklärung“ nötig? Und welchen Beitrag kann dazu die Philosophie leisten?



CV

Professorin für Philosophie an der Freien Universität Berlin; Gastprofessuren an Universitäten in Tokio, Wien, Graz, Zürich, Luzern; vormals Mitglied des Wissenschaftsrates sowie des Scientific Panel des European Research Council (Brüssel) und Mitglied im Senat und Hauptausschuss der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Sybille Krämer war Permanent Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin sowie Sprecherin des DFG-Graduiertenkollegs „Schriftbildlichkeit“. Fellowships am IFK Wien (2010), IKKM Weimar (2012), Kollegforschergruppe „Computersimulation“ Lüneburg (2014). Arbeitsgebiete: Theorie des Geistes und Erkenntnistheorie, Philosophie der Sprache und des Bildes, Medienphilosophie und-theorie.



Publikationen

Figuration, Anschauung, Erkenntnis: Grundlinien einer Diagrammatologie, Berlin 2016; gem. mit Christina Ljungberg, Thinking with Diagrams – The Semiotic Basis of Human Cognition, Boston/Berlin 2016; “The messenger as a model in Media Theory. Reflections on the philosophical dimensions of theorizing Media”, in: Norm Friesen (Hg.), Media Transatlantic: Developments in Media and Communication Studies between North America and German-speaking Europe, Switzerland 2016, p. 197 – 213; “Leibniz ein Vordenker der Idee des Netzes und des Netzwerkes?“, in: Martin Grötschel u. a. (Hg.), Vision als Aufgabe. Das Leibniz-Universum im 21. Jahrhundert, Berlin, Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften 2016, S. 47 – 60.

08
Oktober
2018
18:15
  • Lecture
IFK
Sybille Krämer

Der „Imperialismus der Verschriftung“ reicht weit: Nicht nur wird der genetische Code des Lebens als DNA buchstabiert, sondern nahezu alle Anwendungen zeitgenössischer Digitalität werden durch Buchstabengebrauch initialisiert und sind algorithmisch fundiert in der Entscheidungslogik des Binäralphabets.

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