Sybille Krämer
Stadt Wien/IFK_Fellow


Zeitraum des Fellowships:
01. Oktober 2018 bis 31. Januar 2019

Sybille Krämer

PROJEKTTITEL

Ist „digital vernetzt zu sein“ eine Kulturtechnik? Der Januskopf digitaler Literalität im Horizont einer „Kritik der digitalen Vernunft“



PROJEKTBESCHREIBUNG

Der „Imperialismus der Verschriftung“ reicht weit: Der genetische Code des Lebens wird als DNA buchstabiert,und nahezu alle Anwendungen zeitgenössischer Digitalität werden durch Buchstabengebrauch initialisiert. Wir erleben gegenwärtig den Übergang von der alphabetischen in die digitale Literalität. Doch wie hängen beide zusammen? Signifikante Ambivalenzen zeichnen sich ab: das Entstehen einer neuen Undurchsichtigkeit algorithmischer Maschineninteraktionen, die hinter der grafischen Nutzeroberfläche operieren; das Zeitregime einer Beschleunigung, welches mit biologischen und sozial-kulturellen Zeitordnungen unvereinbar ist; die Paradoxie mobilitätsförderlicher Netze, die sich schnell als Datenfallen entpuppen. So entsteht die Frage: Ist nun eine „Kritik der digitalen Vernunft“ als eine die neuzeitliche Aufklärung transformierende „digitale Aufklärung“ nötig? Und welchen Beitrag kann dazu die Philosophie leisten?



CV

Professorin für Philosophie an der Freien Universität Berlin; Gastprofessuren an Universitäten in Tokio, Wien, Graz, Zürich, Luzern; vormals Mitglied des Wissenschaftsrates sowie des Scientific Panel des European Research Council (Brüssel) und Mitglied im Senat und Hauptausschuss der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Sybille Krämer war Permanent Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin sowie Sprecherin des DFG-Graduiertenkollegs „Schriftbildlichkeit“. Fellowships am IFK Wien (2010), IKKM Weimar (2012), Kollegforschergruppe „Computersimulation“ Lüneburg (2014). Arbeitsgebiete: Theorie des Geistes und Erkenntnistheorie, Philosophie der Sprache und des Bildes, Medienphilosophie und-theorie.



Publikationen

Figuration, Anschauung, Erkenntnis: Grundlinien einer Diagrammatologie, Berlin 2016; gem. mit Christina Ljungberg, Thinking with Diagrams – The Semiotic Basis of Human Cognition, Boston/Berlin 2016; “The messenger as a model in Media Theory. Reflections on the philosophical dimensions of theorizing Media”, in: Norm Friesen (Hg.), Media Transatlantic: Developments in Media and Communication Studies between North America and German-speaking Europe, Switzerland 2016, p. 197 – 213; “Leibniz ein Vordenker der Idee des Netzes und des Netzwerkes?“, in: Martin Grötschel u. a. (Hg.), Vision als Aufgabe. Das Leibniz-Universum im 21. Jahrhundert, Berlin, Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften 2016, S. 47 – 60.

08
Oktober
2018
18:15
  • Lecture
IFK
Sybille Krämer

Der „Imperialismus der Verschriftung“ reicht weit: Nicht nur wird der genetische Code des Lebens als DNA buchstabiert, sondern nahezu alle Anwendungen zeitgenössischer Digitalität werden durch Buchstabengebrauch initialisiert und sind algorithmisch fundiert in der Entscheidungslogik des Binäralphabets.

>