Thomas Macho
IFK_Visiting Fellow


Zeitraum des Fellowships:
01. Oktober 2000 bis 31. Januar 2001

Thomas Macho

PROJEKTTITEL

Bild und Tod. Zur Geschichte des Repräsentationsbegriffs



PROJEKTBESCHREIBUNG

[Für dieses Fellowship liegt keine klassische Projektbeschreibung vor. Aus der Institutszeitschrift des IFK, die heute "IFKnow" heißt:]

Teilnahme an einer Tagung zu "Mensch, Tier und Zoo" mit einem Eröffnungsvortrag zu "Zoologiken. Tierpark, Zirkus und Freak-Show", indem Thomas Macho einen Überblick über die Vielfalt der Mensch-Tier-Verhältnisse, die sich in diesen drei Kultureinrichtungen verkörpert haben,entwarf. Die Tiergärten des Kontinents werden nach Macho im 19. Jahrhundert von Allegorien des arbeitenden Bürgers geprägt und exotische Tiere entsprechend domestiziert. Im Zirkus wurden hingegen Tiere und Menschen gemeinsam ausgestellt und vorgeführt, nicht nur als Objekte der Schaulust, sondern vornehmlich als Verkörperungen des Zivilisierungsimperativs. So nahm der amerikanische Impresario Phinius T. Barnum selbst ein Training des kleinwüchsigen Mannes "Tom Thumb" vor, das mit der Dressur seiner Raubtiere vergleichbar war. Schließlich stellten die Freak-Shows jener Zeit Schaustücke eines Wundertheaters für jedermann aus. Diese Betonung des Undefinierbaren und Hybriden setzt sich bis heute, zum Beispiel mit der Genmaus, fort. Somit läßt sich eine Reihe von Utopien der Zähmung und Züchtung aufzeigen, charakterisiert durch eine gemeinsame Zielsetzung, nämlich eine "Verbesserung" des Menschen.



CV

Professor für Kulturgeschichte an der Humboldt-Universität Berlin. Promotion 1976 mit einer Dissertation zur Philosophie der Musik, 1984 Habilitation für das Fach Philosophie mit einer Habilitationsschrift zum Thema "Todesmetaphern". 1976-87 Universitätsassistent, danach Universitätsdozent am Institut für Philosophie der Universität Klagenfurt. 1987-1992 Leiter des Studienzentrums für Friedensforschung in Stadtschlaining (Burgenland). 1992-93 Leitung des Programmbereichs Anthropologie an der Abteilung für Soziale Ökologie des Instituts für Interdisziplinäre Forschung und Fortbildung in Wien. Gastprofessuren an der Hochschule für künstlerische und industrielle Gestaltung Linz, an der Universität Klagenfurt und am Institut für Interdisziplinäre Forschung und Fortbildung Wien.



Publikationen

Veröffentlichte u.a.: Todesmetaphern. Zur Logik der Grenzerfahrung (Frankfurt/Main: edition suhrkamp, 1987; 2. Auflage 1990), gem. m. Gerd B. Achenbach: Das Prinzip Heilung. Medizin, Psychotherapie, Philosophische Praxis (="Schriftenreihe zur Philosophischen Praxis Band II") (Köln: Jürgen Dinter, 1985); gem. m. Peter Heintel: Zeit und Arbeit. Hundert Jahre nach Marx (="Kiagenfurter Beiträge zur Philosophie") (Wien: VWGÖ, 1985) und gem. m. Gerburg Treusch-Dieter: Medium Gesicht. Die faciale Gesellschaft. Ästhetik; Kommunikation 25/94+95, (Berlin: ElefantenPress, 1996). Zahlreiche Aufsätze, darunter: "Vom Ursprung des Monströsen. Zur Wahrnehmung des verunstalteten Menschen" in: Manuskripte 1990/109 (Graz: Forum Stadtpark, 1990), S. 55-94; "Vom Skandal der Abwesenheit. Überlegungen zur Raumordnung des Todes" in: Dietmar Kamper/Christoph Wulf (Hg.): Anthropologie nach dem Tode des Menschen. Vervollkommnung und Unverbesserlichkeit (Frankfurt/Main: Suhrkamp, 1994), S. 417-436; "Vision und Visage. Überlegungen zur Faszinationsgeschichte der Medien" in: Wolfgang Müller-Funk/ Hans Ulrich Reck (Hg.): Inszenierte Imagination. Beiträge zu einer historischen Anthropologie der Medien (Wien/New York: Springer, 1996), S. 87- 108.

Sigmund-Freud-Preis für wissenschaftliche Prosa 2019 geht an Thomas Macho

Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung zeichnet den Kulturwissenschaftler und Philosophen Thomas Macho mit dem Sigmund-Freud-Preis für wissenschaftliche Prosa 2019 aus.

Der Preis ist mit 20.000 Euro dotiert und wird zusammen mit dem Georg-Büchner-Preis am 2. November 2019 in Darmstadt verliehen.

Das IFK_Team gratuliert!

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Wiener Vorlesung u. a. mit Thomas Macho: Utopie und Literatur

Der Bürgermeister der Bundeshauptstadt Wien, Michael Ludwig, und die amtsführende Stadträtin für Kultur und Wissenschaft, Veronica Kaup-Hasler, laden zu einer Wiener Vorlesung ein:

Vortrag von
Wilhelm Voßkamp, emeritierter Professor für Neuere Deutsche Literatur und Allgemeine Literaturwissenschaft an der Universität zu Köln

Anschließendes Gespräch mit
Wilhelm Voßkamp, Karin Harrasser, Professorin für Kulturwissenschaft, Vizerektorin der Kunstuniversität Linz, und Thomas Macho, Direktor des IFK

Dienstag, 19. November 2019
19.00 Uhr

Theater Rabenhof
Rabengasse 3, 1030 Wien


Anmeldung erforderlich unter: service@rabenhof.at oder unter: 01 712 8282 (Dienstag bis Freitag von 14:00-18:00 Uhr)

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04
Dezember
2019
18:00 - 21:00
  • Specials
  • Lecture
MUK Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien
Thomas Macho

Der Vortrag kommentiert zunächst einleitend den Text von Ode an die Freude, bekanntlich Europahymne seit 1986, um danach den Wandel des Frauenbildes zwischen 1805 und 1814, also zwischen Leonore und Fidelio, zu beleuchten. Schließlich werden einige Filmszenen in Erinnerung gerufen und interpretiert, vorrangig aus Stanley Kubricks A Clockwork Orange (1971).

 

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