Ursula Helg
IFK_Research Fellow


Zeitraum des Fellowships:
01. März 2012 bis 30. Juni 2012

Ursula Helg

PROJEKTTITEL

Das „Fremde“ in der afrikanischen Bildpraxis. Kulturtransfer und globale Kunstgeschichte



PROJEKTBESCHREIBUNG

Die noch kaum untersuchte Aneignung und Integration fremdkultureller Elemente in der afrikanischen Bildpraxis steht im Zentrum meines Projektes. Anhand ausgewählter Fallbeispiele werden Transferprozesse, also Übernahme- und Transformationsprozesse in der visuellen Kultur sowohl auf ideeller als auch auf materieller Ebene dargestellt, analysiert und im Hinblick auf eine global ausgerichtete Kunstgeschichtsschreibung diskutiert. Im Sinne der historischen Transferforschung betrachte ich die Aneignung westlicher Gegenstände, Bildmotive, Materialien, Techniken, Medien, Kunstgattungen, Diskurse und Begriffe in Afrika als einen aktiven und selektiven Vorgang. Ziel des Projektes ist es u. a. zu zeigen, dass die afrikanische Bildpraxis seit Jahrhunderten – entgegen der herkömmlichen Auffassung – Anregungen von Außen aufgenommen und sich im Zusammenspiel zwischen lokaler Tradition und globalen Strömen entwickelt hat. 



CV

Ursula Helg studierte in Zürich Kunstgeschichte, Ethnologie und deutsche Literatur. Sie beschäftigt sich hauptsächlich mit der visuellen Kultur Afrikas sowie mit Fragen der globalen Kunstgeschichtsschreibung und interkulturellen Ästhetik. 2009 war sie Forschungsstipendiatin des Schweizerischen Nationalfonds am Institut für Kultur- und Sozialanthropologie der Universität Wien. Zurzeit arbeitet sie an ihrem Forschungsprojekt „Das ‚Fremde‘ in der afrikanischen Bildpraxis. Kulturtransfer und globale Kunstgeschichte“.



Publikationen

(u. a.): Denn ich hab’ darin gesehen wunderlich künstliche Ding. Überlegungen zur Wahrnehmung, Repräsentation und Verortung nicht-westlicher Kunst und Kultur, in: Valérie Kobi und Thomas Schmutz (Hg.), Ausstellungsorte und ihr Publikum, Bern 2012 (im Druck); Performing Cloth(es). Kleidung und Ritual im traditionellen und zeitgenössischen Afrika, in: Anna-Brigitte Schlittler und Katharina Tietze (Hg.), Mode und Bewegung, Berlin 2012 (im Druck); Das Textile und sein Schatten. Zur Konstruktion von Identität in der zeitgenössischen afrikanischen Kunst, in: Tristan Weddigen (Hg.), Metatextile: Identity and History of a Contemporary Art Medium, Berlin 2011; Bewundern, Ablehnen, Missverstehen, Verherrlichen. Die traditionelle afrikanische Kunst im Spiegel ihrer abendländischen Rezeption, in: Thomas Bearth (Hg.), Afrika im Wandel, Zürich 2007.

30
April
2012
  • Lecture
IFK
Ursula Helg

Die Kunsthistorikerin und Anthropologin Ursula Helg richtet in ihrem Vortrag den Blick auf die Adaption von Textilien westlicher Herkunft in Afrika. Diese waren dort schon immer begehrte Importgüter. Sie zeigt anhand von Beispielen, wie sich Stoffe und Kleider im Zuge ihrer Integration verwandelt und eine den lokalen Bedürfnissen entsprechende neue Funktion und einen neuen Sinn angenommen haben.

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