Yvonne Wübben
IFK_SENIOR FELLOW


Zeitraum des Fellowships:
01. März 2013 bis 30. Juni 2013

Yvonne Wübben

PROJEKTTITEL

Psychiatrie-Lehrbücher: Kognitive Praktiken und textuelle Strategien



PROJEKTBESCHREIBUNG

Bis heute ist der klinische Unterricht nicht das wichtigste Mittel, um psychiatrisches Wissen zu transportieren. In verschiedenen Stadien der professionellen Ausbildung wird Wissen auch aus Lehrbüchern bezogen. Studierende und Lehrer lesen Bücher, um Einsichten in ein breites und komplexes Wissensfeld zu gewinnen.

Das Projekt untersucht diese Lehrbuch-Kultur und ihren Beitrag zur Formierung der Psychiatrie als wissenschaftlicher Disziplin. Es rekonstruiert die mit dem Buch assoziierten Lese- und Unterrichtspraktiken sowie seine Visualisierungsstrategien und Typografie. Ein historischer Schwerpunkt liegt auf dem ausgehenden 19. und frühen 20. Jahrhundert, als die Psychiatrie in eine weitere Phase der Professionalisierung eintritt. Wie trägt das Lehrbuch zu diesem Prozess bei? Wie unterscheidet es sich etwa von Handbüchern oder anderen wissenschaftlichen Genres, die zur selben Zeit an Bedeutung gewinnen?



CV

Yvonne Wübben promovierte als Literaturwissenschafterin und als Medizinerin. Sie arbeitet über die Austauschbeziehungen zwischen Literatur und Psychiatrie. Seit 2010 ist sie Junior-Professorin an der Ruhr-Universität Bochum und leitet dort eine Forschergruppe zum Lehrbuch als Wissensraum. 2011 habilitierte sie an der FU Berlin mit einer Arbeit über das Aufzeichnen von Krankengeschichten.



Publikationen

(u. a.): Verrückte Sprache. Psychiater und Dichter in der Anstalt des 19. Jahrhunderts, Konstanz 2012; Forensik und Philologie: Heinrich von Kleists „Penthesilea“, in: Nicolas Pethes (Hg.), Ausnahmezustand der Literatur. Neue Lektüren zu Heinrich von Kleist, Göttingen 2011, S. 166–184; Lesen als Mentalisieren? Neuere kognitionswissenschaftliche Ansätze in der Leseforschung, in: Martin Huber und Simone Winko (Hg.): Literatur und Kognition. Bestandsaufnahmen und Perspektiven eines Arbeitsfeldes. Paderborn 2009, S. 29–44.Gespenster und Gelehrte. Die ästhetische Lehrprosa G. F. Meiers (1718–1777), Tübingen 2007 (= Hallesche Beiträge zur Europäischen Aufklärung 35).

13
Mai
2013
  • Lecture
IFK
Yvonne Wübben

Was verbindet Lehrbücher der Geistes- und Gemütskrankheiten mit der Schreibweise moderner Romane? Yvonne Wübben, Medizinerin wie auch Literaturwissenschafterin, geht den literarischen und wissenshistorischen Aspekten psychiatrischer Lehrbücher nach.

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