Neuerscheinung: »Affirmation und Negation als Figuren der Kritik«

Gegenwärtige Transformationen gesellschaftlicher Verhältnisse erfordern einen Kritikbegriff, der diesen adäquat begegnen kann. Einen solchen Kritikbegriff wollte Rebecca Ardner über die Auseinandersetzung mit den philosophischen Traditionslinien positiver und negativer Kritik in ihrem Dissertationsprojekt ›Affirmation und Negation als Figuren der Kritik‹ entwickeln. Es sollte ein Begriff auf der Höhe der Zeit sein, der imstande ist, den Status quo abzulehnen und zu überwinden.
Rebecca Ardner hat ihr Buch nicht abschließen können; es bleibt nach ihrem Tod ein Fragment. Dieses bildet den Ausgangspunkt von Weiterschreiben, in dem neun Autor*innen und sechs Künstler*innen Ardners Arbeit folgen und fallengelassene Fäden wieder aufnehmen und neu zusammenführen. Sie diskutieren unter anderem die Möglichkeiten einer negativen Utopie, feministische Beziehungsweisen als Formen der Solidarität und die tödliche wie auch belebende Potenzialität von Problemen. Sie beschreiben die eigene Situiertheit in patriarchalen Klassenverhältnissen und lösen getroffene Verabredungen zur gemeinsamen Lektüre ein. Nicht nur am Rande berühren die Beiträge und Illustrationen damit auch immer Fragen wie jenen nach der Aufgabe von Freundschaft, des Risses und des Erinnerns. Die Suchbewegung nach einem neuen Kritikbegriff wird entlang des Buches als unabgeschlossenes Projekt aufgezeigt – mit der Aufforderung zum Weiterschreiben.

ISBN: 978-3-942222-15-0
188 x 124 mm,
300 Seiten, brosch.
Hamburg 2020.
24,– Euro.