12.03.2001
Roboter, Cyborg, Ghost in the Machine.
Maschinenszenen/-szenarios im Schein der Digitalisierung
Die Präsentation wird versuchen, anhand theatralischer Szenen/Szenarios mit Robotern aktuellen Vorstellungen von selbstbewegenden Maschinen nachzugehen. Apokalyptische Visionen, Heilsversprechungen sowie Phantasmen der Versklavung bzw. der Befreiung durch, mit und in Maschinen (gipfelnd in der These einer rein simulativen Verfaßtheit der Realität) finden sich derzeit nicht nur in populären Science-fiction-Romanen und Filmen, sondern auch in der avancierten Medien- und Kulturphilosophie. In einem intertextuellen Schnelldurchlauf sollen Motivik und Rhetorik dieser mit unterschiedlichem symbolischem Kapital ausgestatteten Genres auf Gemeinsamkeiten durchsucht werden.
Im Anschluss daran soll die Frage gestellt werden, inwieweit das Motiv der selbstbewegenden Maschine als Indiz für veränderte Produktionsbedingungen im kulturellen Feld lesbar ist. Denn wirkungsmächtige Symbole werden heute nicht mehr ausschließlich von "autonomen" SchriftstellerInnen und WissenschaftlerInnen hervorgebracht, sondern auch von ProgrammiererInnen, die diese erst in eine digital prozessierbare Form bringen und damit in einem weltweiten Datennetz verfügbar machen. Außerdem erscheinen Maschinendiskurse als Arena für die Neuverhandlung sozialer und politischer Formationen. Eine weitere Frage ist die der Verwicklung dieser Phantasmen in den Prozeß der "Schließung" der Technologie Computer: Funktion und Design dieser anfangs universellen, diskreten Maschine wurden erst nach und nach auf ihre tatsächliche, inzwischen millionenfach realisierte Form ?
Vortrag
IFK
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