23.06.2008
Peter Probst: Osogbo oder die drei Weisen von Präsenz
In den späten 1950er-Jahren begann die österreichische Künstlerin Susanne Wenger in der nigerianischen Stadt Osogbo mit einem eigenwilligen Kunstprojekt: Der einst von Bildwerken nahezu freie Hain der lokalen Schutzgottheit Osun wurde nach und nach mit großen, von der lokalen Ästhetik bewusst abweichenden Architekturen und Zementskulpturen versehen. Nach jahrzehntelangen Debatten um die Legitimität des Projekts erklärte die UNESCO im Sommer 2005 den sogenannten Osun-Hain auf Antrag der nigerianischen Regierung zum Weltkulturerbe. Peter Probst zeichnet in seinem Vortrag die Geschichte des Kunstprojektes mitsamt seinen Konfliktlinien nach. Dabei geht er besonders auf das von Susanne Wenger selbst immer wieder betonte Moment von Präsenz ein. Er diskutiert im Vortrag, welche Modalität von Präsenz dem Kunstprojekt zugrunde liegt, wie diese in Beziehung zu anderen Konzepten von Präsenz steht und wie sie von anderen Akteuren in Osogbo artikuliert wird.
Vortrag
IFK
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