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25.06.2012
, 18:00 Uhr
IFK
Haarsträhnen, die sich fein säuberlich zu Knoten kringeln, Flammen, die sich zu eleganten Arabesken winden, oder Lichtflecken von geradezu liquider Substanz – die penibel gemalten Einzelheiten, die in de la Tours Malerei unmittelbar ins Auge springen, wirken echt und zugleich seltsam artifiziell. Ihrem Hyperrealismus entsprechend zeigen die Gemälde auch durchwegs Personen in Situationen gesteigerter Aufmerksamkeit: So sind sie gerade im Begriff, einen blitzschnellen Raub zu begehen, sie träumen, meditieren oder sind sogar mystisch verzückt. Sie thematisieren so unterschiedliche Dimensionen empirischer, transzendentaler und innerpsychischer bzw. immanent-leiblicher Erfahrung, die sich in der Frühen Neuzeit zu Bildwelten de la Tours konkurrierenden Systemen ausdifferenziert haben. Daphne Jung möchte zeigen, wie de la Tours Malerei mit ihren Präsenzeffekten und Realitätsbrüchen diese divergierenden Erfahrungsweisen ins Bild zu setzen weiß und wie sie es zugleich ermöglicht, Korrespondenzen zwischen ihnen zu entspinnen.