- Institution
- Calendar
- Fellowships
- Publications
07.05.2012
, 18:00 Uhr
IFK
Im Mittelpunkt des Vortrags werden Untersuchungen mittelalterlicher Körperkonzepte stehen und die Frage, ob und wie mittelalterliche Autoren jenseits der Diskursfelder Religion, Medizin, Ritual und Inszenierung über (ihre) physischen Körper geschrieben haben. Analysiert werden zeitgenössische Vorstellungen von kämpfenden Körpern und wie speziell diese Körper durch Zuschreibungen, gesellschaftliche Praktiken und Symbolsysteme in den Autorentexten festgesetzt wurden. Jörg Rogge geht von der Annahme aus, dass diejenigen, die als Ritter in verschiedenen Armeen während des späteren Mittelalters in Europa ihren Unterhalt verdienten, ein anderes Interesse an ihren Körpern gehabt haben als ihre frommen, asketisch orientierten Zeitgenossen, die ihren physischen Körper nicht sonderlich schätzten. In einem ersten Zugriff untersucht er dazu Texte, die von Kämpfern geschrieben wurden. Wie haben insbesondere kämpfende Zeitgenossen des 14. bis 16. Jahrhunderts das „Körper sein“ – die physische Bedingtheit des Denkens, Fühlens und Wahrnehmens – und das „Körper haben“ – den reflexiven und instrumentellen Umgang mit dem Körper – narrativ gefasst?