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Das „eingebettete Porträt“ ist ein zentrales Thema der Geschichte der vormodernen europäischen Kunst. Das Bildnis des anbetenden Stifters an den Rändern des heiligen Ereignisses zog ein Fragment der gemeinsamen Lebenswelt in das Bild herein. Die schwere Präsenz des dargestellten Körpers, eine Verdichtung von realen Erfahrungen, beraubte das umliegende mythische Material seiner eigenen Realität. Das Porträt erschaffte das Gemälde neu, als eine bloße Hypothese. Unterdessen tauchten Fragmente der täglichen Erfahrung in gemalten religiösen Szenen auf: Beschreibungen von Dingen und Orten, die die Geschichten von der Heiligen Familie und der Heiligen belebten und das profane Leben des Hauses und der Straße in den Kirchenraum überführten. Das Porträt und die Beschreibung nahmen die emergenten Phänomene in das gemalte Bild auf. Die Spannung zwischen mythischer und emergenter Zeit wurde einer der Inhalte der Kunst. Das Forschungsprojekt verbindet die Forschung zur realen Interaktion zwischen Personen, Göttern und Gegenständen – Pilgerfahrt, Votivwesen, private Andacht – mit strukturellen Analysen von Bildern.