19
Oktober
2012
  • Guest Lectures
IFK
Albrecht Koschorke

Exodus. Gesetzgebung und Landnahme im kulturellen Gedächtnis Europas

Der biblische Bericht vom Auszug des Volkes Israel aus Ägypten ist nicht nur eine der prominentesten Schwellenerzählungen der Antike, sondern hat auch als Vorlage für zahllose politische Mythologien gedient. Albrecht Koschorke geht in seinem Vortrag der Frage nach, welche textuellen Eigenschaften das Buch Exodus dazu befähigt haben, Master Narrative und Bildspender einer zweieinhalbtausend Jahre währenden Tradition zu sein.

 

Koschorke legt besonderes Augenmerk auf die Rolle der Widerstände und Unstimmigkeiten in der biblischen Erzählung, die sich nicht zuletzt in der enormen Laufleistung niederschlagen, die Mose als Mittlerfigur zwischen Gott und den Menschen abverlangt wird. Es macht den großen Reiz des Buches Exodus aus, dass darin Probleme der Gesetzgebung und politisch-kultischen Verfassung erzählerisch bearbeitet werden. Im Oktober 2012 erscheint Albrecht Koschorkes umfangreiche Erzähltheorie „Wahrheit und Erfindung“. Darin stellt er den dichterischen Fiktionen nicht nur die Vielfalt unmittelbar mit der sozialen Praxis verflochtener Erzählweisen gegenüber, sondern fragt allgemeiner nach den Transformationsregeln zwischen Wirklichkeit und Fiktion–ein wichtiger Beitrag zu den Schlüsselbegriffen der Kulturwissenschaft. Im Rahmen des Vortrags am IFK wird „Wahrheit und Erfindung” präsentiert.

Ort: IFK

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