05
Dezember
2013
-
06
Dezember
2013
  • Conference
IFK

DIE KÜRZE DES FAKTUMS. WIRKLICHKEITSPRÄPARATE IN LITERATUR UND WISSENSCHAFT

„Fakta, und kein moralisches Geschwätz“ – mit diesen Worten meldet sich der Herausgeber des "Magazins für Erfahrungsseelenkunde", Karl Philipp Moritz, zu Wort. Die Zeitschrift, deren Vorrede sie entstammen, wirbt mit einem Schlagwort, das in Literatur und Wissenschaft der Aufklärung bevorzugtes Interesse genießt. Fakten gelten als eine Form der erfahrungsgeleiteten Aufzeichnung, die Naturphänomene und Begebenheiten in einer vom Menschen unbeeinflussten Weise festhalten soll und ihrer voreiligen methodologischen oder moralischen Vereinnahmung entgegenwirkt. 

 

 

Nach Karl Philipp Moritz ist das Faktum eine Form für die Suchenden, die sich außerhalb von konventionellen Deutungen, d. h. in Labyrinthen und auf unbetretenen Pfaden, bewegen, – eine Form, die eine vorläufige Fassung von Sachverhalten vornimmt, in vorläufigen Konstellationen auftritt und auf zukünftige Verarbeitungen verweist. Unter diesen Voraussetzungen wird in dieser Tagung den sprachlichen Voraussetzungen wissenschaftlicher Tatsachenbildung seit der Aufklärung nachgegangen und der Beitrag rhetorischen und poetischen Formwissens bei der Herstellung von Fakten untersucht. Es wird nach den Strukturen von Mobilität gefragt, die den Verkehr und die Archivierung von Fakten ermöglichen, aber auch nach formalen Merkmalen, die das Faktum für Zwischenlagerungen geeignet machen und es als eine Gattung eigenen Rechts ausweisen. Ein Schwerpunkt soll dabei auf den Ökonomien der Verknappung liegen, die das faktografische Schreiben bestimmen und in die Nähe der Aphoristik und anderer Kürzestgattungen rücken.

 

KONZEPTION: Juliane Vogel (Fachbereich Literaturwissenschaft, Universität Konstanz)

 

TEILNEHMERINNEN: Simon Baier (Kunsthistorisches Seminar, Universität Basel), Franz Eybl (Institut für Germanistik, Universität Wien), Devin Fore (Department of German, Princeton University), Christoph Hoffmann (Kultur- und Sozialwissenschaftliche Fakultät, Universität Luzern), Eva Horn (Institut für Germanistik, Universität Wien), Gerhard Hommer (Graduiertenkolleg „Das Reale in der Kultur der Moderne“, Universität Konstanz), Johannes Lehmann (Fakultät für Geisteswissenschaften, Germanistik/Literaturwissenschaft, Universität Duisburg-Essen (Campus Essen)), Susanne Lüdemann (Department I –Germanistik, Komparatistik, Nordistik, Deutsche Philologie, Ludwig-Maximilians-Universität München), Ulrike Sprenger (Fachbereich Literaturwissenschaft, Universität Konstanz), Juliane Vogel (Fachbereich Literaturwissenschaft, Universität Konstanz), Thomas Weitin (Fachbereich Literaturwissenschaft, Universität Konstanz), Yvonne Wübben (Mercator Forschergruppe "Räume Anthropologischen Wissens", Ruhr-Universität Bochum)

 

 

Eine Tagung des IFK in Kooperation mit dem Graduiertenkolleg

„Das Reale in der Kultur der Moderne“ (Universität Konstanz)

Ort: IFK

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