21
Januar
2016
-
22
Januar
2016
  • Conference
IFK

GERADE GEBOGEN – HERRSCHAFT DER GEOMETRIE ÜBER DIE LINIE?

Die Linie als ein Ideal von Ordnung, das Gerade als Regulator des Gekrümmten, Linearität als Norm des Narrativen – in unterschiedlichsten Wissensbereichen und Disziplinen kommen Praktiken und Konzepten von Linien jeweils wesentliche Funktionen zu. Ihren angestammten epistemischen Ort hat die Linie jedoch in der Geometrie – so scheint es zumindest.

Sobald wissenschaftlich oder lebensweltlich Vorstellungen von Ordnung oder Raum ins Spiel kommen, appellieren wir stillschweigend und offenbar unvermeidlich an die Geometrie und ihre Linien als Autorität: Sie orientieren, teilen ein, ziehen Grenzen, legen ins Amorphe ein Raster u.a.m.; mit all dem sollen sie uns dazu verhelfen, heterogene Aspekte in einem übergreifenden Ganzen zusammenzuführen und übersichtlich zu machen. Ist die geometrische Linie aber zu Recht dieses Vorbild, dessen präsumtive Elementarität (Einfachheit, Stetigkeit, Direktionalität), dessen Verbindlichkeit und Prestige man beansprucht und für andere Bereiche ebenfalls erstrebt? Eignet sie sich wenigstens – im Gegenteil – als Negativfolie, auf der andere Auffassungen und Leistungen von Linien, und d.h. andere Arten von Ordnung, Strukturierung, Orientierung, Grenzziehung u.a., profiliert werden?

Die Tagung möchte der spannungsvollen Beziehung zwischen mathematisch-geometrischen und alternativen Linienkonzepten aus interdisziplinärer Perspektive nachgehen.

 

Konzeption:

Sabine Mainberger (Institut für Germanistik, Vergleichende Literatur- und Kulturwissenschaft,

Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn)

Esther Ramharter (Institut für Philosophie, Universität Wien)

Teilnehmer/innen:

Marco Brusotti (Dipartimento di Studi Umanistici, Università del Salento, und Institut für Philosophie,

Literatur- Wissenschafts- und Technikgeschichte, Technische Universität Berlin)

Eric de Bruyn (Faculteit der Geesteswetenschappen, Centre for the Arts in Society,

Literatuurwetenschap, Leiden University)

Edith Futscher (Abteilung Kunstgeschichte, Universität für Angewandte Kunst, Wien)

Richard Heinrich (Institut für Philosophie, Universität Wien)

Sabine Mainberger (Institut für Germanistik, Vergleichende Literatur- und Kulturwissenschaft, Abtg. für

Vergleichende Literaturwissenschaft/Komparatistik, Universität Bonn)

Christian Moser (Institut für Germanistik, Vergleichende Literatur- und Kulturwissenschaft, Abtg. für

Vergleichende Literaturwissenschaft/Komparatistik, Universität Bonn)

Wolfram Pichler (Institut für Kunstgeschichte, Universität Wien)

Esther Ramharter (Institut für Philosophie, Universität Wien)

Rolf Wienkötter (Wien)

Rolf Winnewisser (Ennetbaden)

Ort: IFK

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