05
Juni
2018
  • Lecture Series
Wien Museum (Karlsplatz 8, 1040 Wien)
Helmut Konrad

8. CARL E. SCHORSKE LECTURE: „DIE WIENERMACHER“

18:30

Wie konnte in den Wirren nach dem Ersten Weltkrieg das Bleiberecht in Wien erlangt werden, etwa wenn die Menschen hier nicht geboren waren und auf das Heimatrecht in Galizien verwiesen wurden?

 

Zwei völlig unterschiedliche Biografien jüdischer Männer aus Galizien führen nach dem Ende des Ersten Weltkriegs zu einem gemeinsamen Problem. Wie erhält man die Aufenthaltsgenehmigung für den Verbleib in Wien, wenn hier Hunderttausende dasselbe Ziel erreichen wollen und sich in der Stadt der Antisemitismus gegen die neue Welle jüdischer Zuwanderung richtet? Wir begegnen Bernhard Bardach, als Berisch Bardach 1866 in Lemberg geboren, hoher Militärarzt, der seine Familie erst 1914 nach verschiedenen Lebensstationen nach Wien übersiedeln konnte. Und auf der anderen Seite treffen wir den 1895 im galizischen Dorf geborenen Jakob Kellermann, der aus der Enge der orthodoxen Umgebung nach Wien entfloh. Beide erhielten das Bleiberecht, mit ganz unterschiedlichen Strategien. Und beide wurden zwei Jahrzehnte später wieder vertrieben.

 

Helmut Konrad ist Historiker und war von 1993 bis 1997 Rektor der Karl-Franzens-Universität Graz und Leiter des dortigen Instituts für Geschichte.

Ort: Wien Museum (Karlsplatz 8, 1040 Wien)

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