06
Juni
2011
  • Lecture
IFK

Philosophie, Kritik und die musikalische Öffentlichkeit

Jonathan A. Neufeld spricht über die gegenseitige Beeinflussung von musikalischer Öffentlichkeit und Philosophie. Er untersucht diese Einflussnahme sowohl historisch als auch gegenwärtig.

In englischer Sprache!

In neuen philosophischen Schriften über Musik zeigt sich ein zunehmendes methodologisches Einverständnis darüber, dass theoretische Beiträge zur musikalischen Praxis auch an diese gebunden werden sollen. Dies soll zu einer deskriptiven Philosophie führen, die auch auf aktuelle Musiknormen und -praktiken reagiert. Jonathan A. Neufeld plädiert dafür, dass die Philosophie den AkteurInnen der musikalischen Öffentlichkeit verstärkte Aufmerksamkeit widmen soll. Der für ihn entscheidende Bestandteil der musikalischen öffentlichen Beiträge sind Aufführungen. Aber sich mit Aufführungen in all ihren Facetten zu befassen bedeutet, sich zwingend mit Musikkritik zu beschäftigen. Denn sowohl historisch als auch gegenwärtig gehören die Musikkritiker zu den wichtigsten Stimmen im musikalischen öffentlichen Raum. Sie sind es, die wesentlich dazu beitragen, philosophische Theorien an die musikalische Praxis zu binden. Wenn sich nun PhilosophInnen als MusikkritikerInnen betätigen, produzieren sie genau die Evidenz, die diese Theorien erklären sollen. Es besteht aber die Gefahr, in einen Teufelskreis zu geraten, wenn nicht die Rolle der Beschreibung neu gefasst wird. Kritisches philosophisches Denken – dem eine deskriptive Philosophie folgen muss – sollte eine tragende und sogar normative Rolle in der Praxis der Kritik spielen. Jonathan A. Neufeld wird in seinem Vortrag – sowohl anhand seiner eigenen Tätigkeit als Kritiker als auch anhand historisch bedeutender Musikkritiker – zeigen, wie philosophische Partizipation die musikalische Öffentlichkeit beeinflusst.

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Ort: IFK

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