02
Dezember
2016
  • Workshop
IFK

POLITIK UND SCHAUSPIEL: DENIS DIDEROT

Ist der versierte Schauspieler ein gefährliches Chamäleon, welches sich charakterlos stets auf die Seite der Mächtigen stellt, oder aber besonders fähig, auf die Bedingungen einer komplexen, freien und solidarischen Gesellschaft zu reagieren? 

 

Der Lektüre-Workshop rückt Diderots 1830 posthum veröffentlichtes Paradox über den Schauspieler ins Zentrum. Darin beschreibt Diderot die Schauspielkunst als eine radikal rationale. Der kompetente Schauspieler fühlt sich nicht in die Figuren ein, sondern er beobachtet jene genau und ahmt präzise nach, was er zu spielen hat. In Bezug auf Aufmerksamkeit, Fantasie und Urteilskraft ist der Schauspieler anderen weit überlegen. Er begreift das Andere, was er zu verkörpern hat, so ausgezeichnet, weil er auf der Bühne in bemerkenswerter Weise Selbstlosigkeit und Selbstdisziplin, die Annäherung an das Andere und gleichzeitig höchste Distanz dazu verbindet. Diderot fasst diese widersprüchliche Haltung des Schauspielers nicht nur als eine künstlerisch interessante auf, sondern auch als eine politisch relevante. Wie ist das zu verstehen? Kann der heute vorwiegend unter ästhetischen Gesichtspunkten diskutierte Text von Diderot darüber hinaus auch politisch gelesen werden? Beinhalten Diderots Überlegungen allenfalls einen Beitrag zu aktuellen, demokratietheoretischen Debatten? PhilosophInnen und LiteraturwissenschafterInnen stellen ihre kritische Diderot-Lektüre vor und zur Diskussion. 

 

02.12.2016: 09:30 - 17:30 Uhr

 

KONZEPTION: Christine Abbt (Luzern)

 

TEILNEHMERINNEN: Christine Abbt (Luzern), Robin Celikates (Amsterdam), Michael Festl (St. Gallen), Anna Goppel (Bern), Alexander Honold (Basel), Helmut Lethen, (Kunstuniversität Linz), Sophie Loidolt (Kassel/Wien), Susanne Schmieden (Luzern) 

 

 

 

Ort: IFK

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