17
Mai
2017
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19
Mai
2017
  • Conference
IFK

UNSICHTBARE DRITTE? ÜBERSETZUNGSPRAKTIKEN IN PSYCHOTHERAPIE UND PSYCHOANALYSE

Filmstill aus „Der unsichtbare Dritte" (Originaltitel North by Northwest), MGM 1959

 

Die Rolle von ÜbersetzerInnen in der ethnotherapeutischen Arbeit mit emigrierten Menschen ist komplex. Denn ihre Arbeit beschränkt sich ja nicht nur auf die möglichst reibungslose Überwindung sprachlicher Grenzen, sondern impliziert häufig auch eine Art von Teilnahme am therapeutischen Prozess. Erweitert ihre Präsenz schlicht die klassische therapeutische Zweierbeziehung, oder ist sie sogar als Beginn einer kollektiven Öffnung der Klinik zu verstehen?

 

In der psychotherapeutischen und psychoanalytischen Arbeit mit geflüchteten Menschen werden häufig Übersetzer und Übersetzerinnen in Anspruch genommen. Zunehmend wird diese „triadische Situation“ zwischen Therapeut/-in, Klient/-in und Übersetzer/-in daher auch theoretisch und methodisch reflektiert. Der Rückgriff auf psychoanalytische Theorien der Triangulation, der Übertragung und Gegenübertragung oder des Widerstands wird dabei erweitert um Diskussionen der Voraussetzungen transkultureller Psychotherapie, um Fragen also, die bereits in der Geschichte der Ethnopsychoanalyse und Ethnopsychiatrie mehrfach aufgeworfen wurden. Sind westliche Konzepte der psychischen Entwicklung überhaupt universalisierbar? Und umgekehrt: Welche Einflüsse aus der ethnologischen Feldforschung wurden seit Freuds Totem und Tabu (1913), Malinowskis Argonauts of the Western Pacific (1922) oder Róheims Australian Totemism (1925) aufgenommen und in die eigene Praxis integriert? Welche Rolle haben Übersetzer und Übersetzerinnen bei der Entwicklung transkultureller Methoden der Psychotherapie gespielt? Diese Fragen sollen bei der Tagung nicht nur unter Bezug auf Theorien, sondern auch unter Bezug auf konkrete Fallgeschichten aus der Praxis diskutiert werden.

 

KONZEPTION: Thomas Macho (Wien), in Zusammenarbeit mit Karin Harrasser (Linz) und Katrin Solhdju (Brüssel / Leuven)

 

TEILNEHMER_INNEN: Inga Anderson (Berlin), Monika Ankele (Wien / Hamburg), Elisabeth Brainin (Wien), Mascha Dabić (Wien), Christiane Degenhardt (Graz), Katja Geiger (Wien), Karin Harrasser (Linz), Ulrike Kluge (Berlin), Ronny Krüger (Angermünde und Berlin), Alexander Martos (Wien), Monika Mokre (Wien), Nora Ramirez Castillo (Wien), Nadine Shovakar (Wien), Katrin Solhdju (Brüssel / Leuven)

 

17. Mai 18-20 Uhr

18. Mai 9.30-17.30 Uhr

19. Mai 10-13.45 Uhr

 

Mit freundlicher Unterstützung der Stadt Wien.

Weitere Informationen zu Thomas Macho

Ort: IFK

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