09 März 2015
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IFK

DER ANTIKE SCHWARM. ÜBERLEGUNGEN ZUR ARCHÄOLOGIE (BIO)POLITISCHER VERWIRRUNG

Die antike Zoologie kennt Menschen, Vögel, Bienen, Ameisen und Fische. Martin Gronau fragt: Kennt sie auch den Schwarm? Und falls ja: Was versinnbildlichte er? Wie ließ er sich metaphorisch gestalten? Welche Funktion erfüllte er in den soziopolitischen Diskursen der klassischen Antike?

Im Sinnbild des Schwarmes verdichten sich extrem gegenläufige (Un)Ordnungsfantasien. Als emergente Phänomene sind Schwärme weit mehr als die Summe ihrer homogenen Teile. Ihre Entstehung erscheint spontan, ihr selbstreguliertes Verhalten kaum kalkulierbar. Sie sind immer in Bewegung, ohne fassbare Struktur und klare Hierarchien. Im Gegensatz zu Rudeln, Herden oder Massen gelten sie daher auch als un(ver)führbar. Kurz: In ihrer fluiden Gestalt versinnbildlichen Schwärme die selbstorganisierte (Un-)Ordnung schlechthin. Trotz aller historischen Gebundenheit ist die Tier-Mensch-Analogie seit jeher eine funktionale Technik gesellschaftlicher Selbstbeschreibung. Wie begriff man das Phänomen des Schwarmes im antiken Griechenland? Und inwiefern konnte der Schwarm schon damals als Figuration einer spezifischen soziopolitischen Organisationsform konzeptualisiert werden? In einer begriffs- und motivgeschichtlichen Rückschau in die Antike versucht Martin Gronau dem Sinnbild des Schwarmes in Antike und Moderne auf den Grund zu gehen.

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