09 Dezember 2021
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Andris Breitling

Menschenwürde übersetzen. Ein ethisch-rechtlicher Universalbegriff zwischen Sprachen und Kulturen

18:15

 

Nach der These des französischen Philosophen Paul Ricœur kann eine Übersetzung »konkrete Universalien auf der Suche nach Ratifizierung, Aneignung, Übernahme, Anerkennung hervorbringen« (P. Ricœur, »Cultures, du deuil à la traduction«, in: »Le Monde«, 24. 05. 2004). Diese These soll im Vortrag von Andris Breitling am Vorabend des Tags der Menschenrechte (10. 12. 2021) am Beispiel der Übersetzung des ethisch-rechtlichen Universalbegriffs der Menschenwürde erörtert werden.

 

Ausgangspunkt ist der Befund, dass die Wörter, mit denen dieser Begriff in verschiedene europäische und außereuropäische Sprachen übersetzt wird, im jeweiligen Kontext ihrer Verwendung unterschiedliche kulturell geprägte Auffassungen vom Menschen und seiner Würde zum Ausdruck bringen. Die Betrachtung des Menschenwürde-Begriffs im Spiegel seiner Übersetzung zwischen Sprachen und Kulturen führt aber nicht zu einem Kulturrelativismus, der den im Zeitalter der europäischen Aufklärung begründeten Menschenrechtsdiskurs radikal infrage stellen würde: Indem die verschiedenen Übersetzungen dazu herausfordern auszubuchstabieren, was der Begriff der Würde in unterschiedlichen Verwendungskontexten bedeuten kann, bieten sie Anknüpfungspunkte für eine konstruktive, kulturübergreifende Auseinandersetzung um seinen Gehalt wie auch um seinen Anspruch auf universelle Geltung.

 

Andris Breitling ist Professor für Ethik, Sozialphilosophie und Kulturtheorie an der Hochschule Niederrhein. Promotion 2005 an der Technischen Universität Berlin, Habilitation 2014 an der Universität Rostock. Publikationen u. a.: Weltgestaltung durch Sprache. Phänomenologie der sprachlichen Kreativität und der interkulturellen Kommunikation (2017); Möglichkeitsdichtung – Wirklichkeitssinn. Paul Ricœurs hermeneutisches Denken der Geschichte(2007).

 

 

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