Zum Auftakt des ifk Schwerpunkts Vor den letzten Dingen widmet sich die Konferenz den Schwierigkeiten und Freuden des Aufhörens. Hans Magnus Enzensberger hoffte 1989 auf mehr gesellschaftliche Anerkennung für »Helden des Rückzugs«, die er etwa in Michail Gorbatschow verkörpert sah. Das derzeitige politische Personal kultiviert hingegen oftmals – nicht nur geschlechterpolitisch problematisch – männlichen Dezisionismus und Aussitzen statt aufrechten Abgang. Auch in anderen machtimprägnierten Bereichen fällt das Aufhören schwer: So etwa das Beenden einer kohlenstoffbasierten, extraktiven Form der Energiegewinnung und des Wirtschaftens. Es fehlt zwar nicht an wissenschaftlichen Nachweisen dafür, dass, wenn man einfach weitermacht, viele Systeme kollabieren werden, Rückzug, gewählte Abstinenz oder Verzicht, um dem Zusammenbruch zu entgehen,erweisen sich aber vielerorts als unpopulär. Es scheint daher an der Zeit, sich eingehender mit der Kultivierung von Praktiken des Beendens im Kapitalozän zu befassen; mit ihrer Geschichte, mit ihren Wissensvoraussetzungen, ihren Selbsttechniken oder mit den Interdependenzen zwischen Theorieproduktion, Systemen und Praktiken. Wie sehen solche Praktiken, im Großen und im Kleinen, aus? Was gehört dazu und was braucht es, um sie zu lernen und einzuüben – und umgekehrt andere zu verlernen? Und nicht zuletzt ist Aufhören nicht nur eine Zivilisationstechnik, sondern mitunter auch eine Kunst.
Konzept: Karin Harrasser, Heike Paul
Teilnehmer*innen: Sophia Birchinger, Ulrich Brand, Elisabeth Bronfen, Ani Diesselmann, John von Düffel, Andreas Gehrlach, Julika Griem, Sait Matty Jaw, Isabel Kalous, Thomas Macho, Jan-Philipp Reemtsma, Magdalena Schrefel, Anouschka Trocker, Andrea Vetter & Muerbe u. Droeg
Gefördert von der Stadt Wien
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ProgrammMittwoch, 10 Juni 2026
15:00 Welcome and Introduction: Karin Harrasser and Heike Paul15:30 Thomas Macho: Ein Koffer für die letzte Reise. Von Erinnerungen, Ausstellungen und Romanen16:30 Julika Griem: War’s das? Schwellenangst und Schwellenkunst am akademischen Karriereende18:00 John von Düffel: Das Wenige und das Wesentliche. Lesung und Gespräch
Donnerstag, 11 Juni 2026
10:00 Sophia Birchinger and Sait MattyJaw: Enabling Endings? Perspectives on Rupture, Transition and New Beginnings in The Gambia11:00 Ani Diesselmann und Karin Harrasser im Gespräch12:00 Andreas Gehrlach: Die Axt ins Meer schmeißen14:30 Haus des Wandels, Andrea Vetter & Muerbe u. Droeg: Angewandte Ver-/Entzauberung. Degrowth in Theorie und Praxis16:30 Isabel Kalous: ›Stop Having Kids‹!? Kultur- und literaturwissenschaftliche Perspektiven auf Nicht-Mutterschaft17:30 Ulrich Brand, Karin Harrasser und Heike Paul: Zwischenbilanz19:00 Magdalena Schrefel und Anouschka Trocker: Das Blaue vom Himmel. Leseperformance mit Sound
Friday, 12 June 2026
10:00 Jan-Philipp Reemtsma: Die Kunst aufzuhören11:00 Elisabeth Bronfen: Was es heißt, aufzuhören – Laut Shakespeare12:00 Roundup
DIE TAGUNG FINDET HYBRID STATT.
Um über Zoom teilzunehmen, ist lediglich eine Anmeldung zum Meeting mit Namen und E-Mailadresse notwendig. Den Zoom-Link erhalten Sie unmittelbar im Anschluss per E-Mail
Mittwoch, 10 JUNI 2026
Donnerstag, 11 JUNI 2026
Freitag, 12 JUNI 2026
Bei persönlicher Teilnahme, ist derzeit keine Anmeldung erforderlich.
Ort: ifk Arkade
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