14
März
2022
  • Lecture
IFK; IFK@Zoom

»... DIE GESAMTDEUTSCHE FILMPRODUKTION ANZUREICHERN«. DIE WIEN-FILM UND IHRE MUSIK ALS SUBJEKT, OBJEKT UND PRÄDIKAT DER IDEOLOGIE-VERMITTLUNG IM NS-REGIME

18:15

 

Als Folge des »Anschlusses« Österreichs 1938 war die nationalsozialistische Wahrnehmung der »Ostmark« ambivalent und spiegelt sich in der Gründung und Mission des Wien-Film-Konzerns wider. Ähnlich wie bei anderen Kunstvereinen entstand die Wien-Film durch eine Zwangsvereinigung nahezu aller bestehenden österreichischen Filmproduktionsfirmen. 

Die promulgierte Modernität und Avantgarde Wiens wird in der filmischen Darstellung der Stadt fast vollständig vernachlässigt und geriet in Vergessenheit (Hake 2002, 152). Wien-Film arbeitete mit dem Ziel, sich als eigenständige Marke in der nationalsozialistischen Filmindustrie zu etablieren und dem »Deutschen Reich« – wie im paraphrasierten Titel dieses Abstracts erläutert – alle Ressourcen zur Verfügung zu stellen. Eines der Vehikel in diesem Vorhaben umfasst die Musik, ein Merkmal von Wien (Nußbaumer 2007), das insbesondere im Rahmen dieses Vortrags die Darstellung der Musikstadt als die Filmmusikstadt präsentiert. Es kann daher postuliert werden, dass die NS-Regierung über diese Intention hinausgehend im Fall von Wien vor der Notwendigkeit stand, den Verlust der gewohnten Eigenständigkeit und die permanente Gewalt nach außen hin zu nivellieren. Dem Publikum wurde durch die Wien-Film Vertrautes – mit musikalisch determinierten Sujets aus der eigenen Historie – vorgetäuscht, und unverhohlene NS-Politik wurde vorgeschaltet. Die Filmmusik, eingegossen in die Essenz des Wien-Film-Studios, das wiederum in die Essenz der Stadt eintaucht, bildet den Dreh- und Angelpunkt der audiovisuellen nationalsozialistischen Ideologievermittlung.

 

Timur Sijaric ist als interdisziplinärer Interpret, Komponist und Musikwissenschafter tätig. Seine Projekte umfassen Arbeiten zu historischer Filmmusik, zur Audiovisualität sowie zur Medialität von Musik. Gegenwärtig ist er Doktorand an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien (mdw) und IFK_Junior Fellow. 

 

DER VORTRAG FINDET HYBRID STATT.

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