Vortragsmitschnitte

Konferenz »Gender Topologies«, Vortrag von Stephanie Weber





Stephanie Weber Alles was man kann nicht sein. Hinwendung und Abwendung bei Senga Nengudi


In einem kurzen Statement zu Studio Performance with R.S.V.P. (1976), einer Performance, die durch eine einzige Schwarz-Weiß-Fotografie dokumentiert ist, beschreibt Senga Nengudi ihren Umgang mit dem Nylonmaterial, aus dem sie ihre Skulpturen und Performances entwickelte, als Ausdruck eines belasteten oder »angespannten« Verhältnisses. Die genaue Konstellation dieses Verhältnisses, wer sich zu wem verhält, bleibt im Text offen. Das Werk selbst – das konkrete Ineinandergreifen von Material und Prozess bei Nengudi – rückt neben den zwischenmenschlichen die historischen Verhältnisse in den Blick.

Nengudi wurde 1943 als Sue Ellen Irons in Chicago geboren. Die Jahre ihrer künstlerischen Ausbildung in Los Angeles fielen mit den entscheidenden Jahren des Black Arts Movement zusammen. Die Künstlerin unterrichtete am Watts Towers Arts Center in South L.A. mit Noah Purifoy und John Outterbridge als im August 1965 die gleichnamige Watts Rebellion stattfand.        

Gender Topologies. Ästhetiken und Politiken der Nicht-Orientierbarkeit
Konferenz, 31. Mai bis 2. Juni 2023