
 |
Vortrag 14. Januar 2008 IFK 18 Uhr c.t. Zoran Terzic
IFK_Research Fellow
|
|
 |
 |
 |
| 
 |
 |
 |
|
Zoran Terzic: Triumph des Zeigens. Zur politischen Phänomenologie von Sieg und Niederlage
Vom mittelalterlichen Köpfen des Feindes, Siegesparaden, Triumphbögen bis hin zum christlichen Kreuz, das zugleich als irdische Niederlage und himmlischer Sieg gelesen werden kann, und bis hin zu heutigen Verlierergruppen der Gesellschaft (Arbeitslose, Prekariat) – stets begleiten den Tatbestand von Sieg ("Erfolg") und Niederlage eindeutige Gesten und Zeichen (wie etwa das "Victory"-Zeichen oder das erhobene Haupt). Wie sind diese beschaffen, wie werden sie geäußert, und woher stammen sie? Zoran Terzics These lautet, dass das kulturelle Vokabular des Zeigens größtenteils aus dem Fundus des Krieges stammt und dass die Enkulturierung vor allem in heutigen kapitalistischen Gesellschaften permanent neue Sieger- und Verlierertypen produziert, die als Bestandteil eines "Sinnkapitals" innerhalb des öffentlichen Diskurses zirkulieren und als Ersatzmarker der Souveränität fungieren. Sportler werden zu Nationalheroen, Schriftsteller zur "Persona non grata", und Trendbüros bescheinigen einen "In"- oder "Out"-Status. In Hinblick auf Vilém Flussers Phänomenologie des Zeichens, Michel Foucaults "genealogische Achse der Historie", Roland Barthes' Typologie des Neutrums und unter dem Banner von Bazon Brocks Strategem von der "Zivilisierung der Kulturen" behandelt Zoran Terzic die heutigen Verkehrungen von Sieg und Niederlage, ihre Wichtigkeit für den ontologischen und politischen Diskurs der Moderne und die unmöglichen Möglichkeiten, das Paradigma der Souveränität außer Kraft zu setzen.
Previous Next
|
|