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Anne Chalard-Fillaudeau: Tradition oder Innovation? Die Anfänge der "Études et sciences de la culture"
Die Cultural Studies und die Kulturwissenschaften stehen für Methodenvielfalt. Das gilt auch für die französischen études et sciences de la culture. Doch gerade dieser Pluralismus führte zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen den kulturwissenschaftlichen Forschungsansätzen und den institutionellen Bildungs- und Forschungsdispositiven in Frankreich, die auch deswegen die Legitimität der Kulturwissenschaften infrage stellen. Den französischen PionierInnen der études et sciences de la culture wird ihre Methodenvielfalt vorgeworfen, aber auch Dilettantismus, Relativismus und Subjektivismus. Bis heute kämpfen sie um akademische Anerkennung. Anne Chalard-Fillaudeau richtet ihr Augenmerk auf die PionierInnen, die WegbereiterInnen der französischen études et sciences de la culture. Sie interessiert sich für diejenigen, die ihre Ansätze unter schwierigen Umständen und gegen erbitterten Widerstand entwickelten. In ihrem Vortrag stellt sie einen Zusammenhang her zwischen den philosophischen, kulturhistorischen, kultursoziologischen, literarischen, anthropologischen und sprachwissenschaftlichen Quellen der études et sciences de la culture in Frankreich und deren heutigen VertreterInnen und der Krise und Reform der Humanwissenschaften. Im Zentrum ihrer Reflexion steht die Frage, ob Frankreichs Universitäten Horte des Konservativismus oder - ganz im Gegenteil - Werkstätten der Innovation sind.
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