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Vortrag 02. Juni 2009 IFK 18 Uhr c.t. Rebecca Schuman
Fulbright/IFK_Junior Fellow
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Rebecca Schuman: In der Sprachkolonie: Franz Kafkas Welt und die Grenzen der Sprache
Rebecca Schuman verbindet in ihrem Vortrag zwei der berühmtesten Werke Franz Kafkas ("Die Verwandlung" und "In der Strafkolonie") und Ludwig Wittgensteins Sprachphilosophie. Sie argumentiert, dass Kafkas Werke radikale sprachphilosophische Implikationen beinhalten, die stärker mit Wittgensteins Philosophie in Zusammenhang stehen, als bisher gedacht. Sie untersucht die faszinierende Verbindung zwischen Wittgenstein und Kafka anhand der folgenden Beispiele: In Hinblick auf die Verbindung von Kafkas Werken mit Wittgensteins so genannter "früherer" Philosophie ("Tractatus logico-philosophicus") zeigt sie eine dialektische Ähnlichkeit zwischen Kafkas Behandlung des Begriffs der "literarischen Metapher" und Wittgensteins "Grenzen der Sprache", insbesondere mit Blick auf die Metapher von Gregor Samsas Körper. Da Kafkas Werk auch mit dem so genannten "späteren" Wittgenstein viel gemeinsam hat, stellt Rebecca Schuman auch das Beispiel von "In der Strafkolonie" vor. In diesem Zusammenhang analysiert sie zwei Paradoxe der Sprache aus Wittgensteins "Philosophischen Untersuchungen": das Paradox der hinweisenden Definition (§28, dessen Hauptbeispiel in der Erzählung "der Zeichner" des Folter-Apparats dargestellt wird) und das Paradox des Regel-Folgens (§201: Hier wird anhand des Beispiels des scheinbar regellosen, "unmittelbaren" Selbstmords des Offiziers analysiert.). Schumans Hauptthese ist, dass die Entstehung solcher literarisch-philosophischer Verbindungen die "Krisen" der philosophischen und der literarischen Äußerung erkennen lassen.
IFK: Pressemitteilung
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