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IFK_Akademie 2012
Das Experiment in Wissenschaft und KünstenChristoph Deutschmann, Soziologe an der Universität Tübingen, beschreibt den dynamischen Charakter des modernen Konsums und geht den Thesen derer nach, die die KonsumentInnen für manipuliert erachten, und auch jener, die eine solche autoritäre Interpretation für unangemessen halten. Konsumkritik bestimmt wieder Meinungen, Medien und Wissenschaft
Können die Thesen Immanuel Kants Einfluss auf die symbolische und ethische „Erschließung“ des Grenzraums zwischen der EU (Nordostpolen) und Russland haben? Ist es ein reiner Zufall, dass Kant gerade hier in Königsberg (seit 1945 Kaliningrad) gelebt und gewirkt hat? Fragen, die sich der polnische Politologe Wojciech Łukowski im Rahmen seines Vortrags zu den symbolischen und ethischen Dimensionen der europäischen Peripherie stellt.
Einer der Versromane von Chrétien de Troyes, des Begründers des höfischen Romans in der altfranzösischen Literatur, galt Wolfram von Eschenbach als Vorlage für seinen „Parzival“, und dieser wiederum als Schablone für Wagners gleichnamige Oper.Jan-Dirk Müller konzentriert sich in seinem Vortrag auf das Fehlen der „Mitleidsfrage“ beim eigentlichen Schöpfer der Figur Parzival und auf die Weltentwürfe zwischen Ritterlich-Höfischem, angeborenem Adel und christlicher Ethik
Die Kultur- und Literaturgeschichte des Abendlands ist geprägt von Versuchen, das Leiden des Einzelnen kulturell produktiv zu machen. Die Integration von Leiderfahrungen – körperlichen wie seelischen – in den Raum der Kultur gelingt durch ihre ethisch-religiöse Einbindung, ihre politisch-ideologische Funktionalisierung und vor allem durch ihre ästhetische Vermittlung. Eingeübte Opferrhetoriken stellen dabei wirkungsmächtige Semantiken zur Verfügung, damit Verzicht, Schmerz, Qual und Tod mit Sinn versehen werden können.
Read more … Ausstellung "Wasser" an der Kunstuniversität Linz
Read more … Carl E. Schorske, Wegbereiter des IFK, wird Ehrenbürger der Stadt Wien
Auch im Sommersemester 2012 erlaubt die fachliche Vielfältigkeit der IFK_Fellows, neue Handlungsräume der Kulturwissenschaften zu erschließen:
Christoph Deutschmann erforscht die Ansätze der verschiedenen Spielarten von Konsumkritik und Kapitalismus-Dynamiken, Wojciech Lukowski analysiert den Bedeutungswandel der europäischen Peripherie, Jan-Dirk Müller die Weltentwürfe des Mittelalters, Jörg Rogge das „Körper sein“ und „Körper haben“ der mittelalterlichen Kämpfer und Autoren. Christopher S. Wood geht den Typologien des Bildes und des Ichs nach, Markus Schmitz forscht auf den Gebieten transnationaler Literaturen und audio-visueller Kulturen des Postkolonialismus, Christian Joschke befasst sich mit der Bildsprache der Schändung, Ursula Helg mit dem „Fremden“ in der afrikanischen Bildkunst. Tamara Ehs arbeitet zur Verkörperung des Hochschulerziehungsgesetzes während des Dollfuß-Schuschnigg-Regimes.
Eric Hounshell zeichnet die erstaunliche und Milieu verbindende Karriere des in Wien geborenen Soziologen Paul Lazarsfeld nach, Eric Brandom folgt den Spuren Georges Sorels in der politischen Philosophie. Markus Brunner richtet in seinen Forschungen das Augenmerk auf Folgen der massenhaften Traumatisierungen in der deutschen Nachkriegsgesellschaft, Angelika Frühwirth auf Ökonomien des Weltverlusts bei iranischen Autorinnen im Exil. Andreas Gamerith erkundet als Kunstwissenschafter das klösterliche Bildungsprogramm des Stift Altenburgs, Daphne Jung die Realismuskonzepte in der Malerei der Frühen Neuzeit, Paul Keckeis Robert Walser und die Gattungsbewegungen der Moderne, Ana Mijic wiederum die verletzten Identitäten in Bosnien und Herzegowina des Nachkriegs.
Kulturwissenschaftliche Literatur zur Musikstadt Wien als Konstruktion, Kulturen und Kriege, Medienkultur, Repräsentationen des Holocaust, kulturwissenschaftliche Bestandsaufnahmen und anderen Themen.
IFK_art enstand heuer aus einer Kooperation mit der Abteilungfür Grafik-Design und Fotografie der Kunstuniversität Linz unter der Ägide von Univ.-Doz. Johannes Wegerbauer. Wir haben die StudentInnen Maximilian Haidacher, Susanne Hödlmoser, Florian Johannes Keppelmüller, Stefan Kreiner, Daniela Pum und Mark Sengstbratl eingeladen, ausgewählte Arbeiten in den Räumlichkeiten des IFK auszustellen. Wir dürfen mit der digitalen Präsentation einer Arbeit von Daniela Pum beginnen.